Negativtrend hält an

Größter Kurssturz bei UniCredit-Aktie seit 25 Jahren

Ausland
10.01.2012 09:28
Die italienische Großbank UniCredit - Konzernmutter der österreichischen Bank Austria - will mitten in der Krise eine riesige Kapitalerhöhung erzwingen, ist dabei am Montag aber ausgesprochen schlecht gestartet. Der letzte Woche begonnene neuerliche Kursverfall setzte sich am ersten Tag der Rekapitalisierung fort. Insgesamt verzeichnete die Aktie den größten Kursverfall seit mindestens 25 Jahren.

UniCredit-Chef Federico Ghizzoni hatte sich bereits am Wochenende "etwas überrascht" über die negativen Reaktionen am Markt gezeigt, nachdem die Aktie am Donnerstag kurzzeitig sogar vom Handel ausgesetzt werden musste.

Monti: Italiens Bankenwesen solide
Ghizzoni und auch Italiens Regierungschef Mario Monti machten dennoch gute Miene zu dem Trend um die größte Kapitalerhöhung einer italienischen Bank. Nach der Rekapitalisierung werde seine Bank Branchenführer in Europa sein, "was Kapital und Liquidität angeht", sagte Ghizzoni letzte Woche. Monti meinte am Sonntag im TV, ohne UniCredit beim Namen zu nennen: "Das war eine Sache, die getan werden musste. In einer Situation wie der jetzigen kann das jedoch Konsequenzen haben wie die, die wir gesehen haben." Das sei temporär, Italiens Bankwesen solide, hatte er zuvor erklärt.

Die UniCredit-Altaktionäre können ihr Bezugsrecht bis 27. Jänner ausüben. Sollten nicht alle neuen Aktien über den Tisch gehen, müssen die mit dem Verkauf beauftragten 27 Investmentbanken die Papiere platzieren oder aber selbst zeichnen. Sie haben schließlich dafür garantiert. Die Bank selbst muss sich also keine Sorge machen, das Geld einzunehmen.

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