09.01.2012 09:58 |

Ein Jahr danach

Giffords erinnerte an Opfer von Tuscon-Attentat

Ein Jahr nach dem Attentat im US-Staat Arizona hat die bei der Tat schwer verletzte Kongressabgeordnete Gabrielle Giffords in einer Gedenkfeier an die Opfer erinnert. Mit fester Stimme las sie am Sonntagabend Ortszeit in Tucson aus der "Pledge of Allegiance" vor, dem Treuegelöbnis gegenüber der US-Nation und der Flagge. Begleitet wurde die demokratische Politikerin bei ihrem Auftritt von ihrem Mann, dem früheren Astronauten Mark Kelly.

Kelly sprach im Anschluss an den Auftritt seiner Gattin von "16 Sekunden, die in Tucson nie vorüber sein werden". "Im vergangenen Jahr mussten wir mit neuen Realitäten leben", so der frühere Astronaut. Zugleich aber hätten alle Menschen gesehen, dass Heilung möglich sei, sagte er in Hinblick auf seine Frau, die bei der Schießerei einen Kopfschuss erlitten hatte.

Obama: "Bewunderung für Mut"
Um 10.11 Uhr, als vor einem Jahr der psychisch kranke Jared Loughner das Feuer eröffnete, läuteten im Stadtgebiet von Tuscon zudem 19 mal die Glocken - einmal für jedes der Todesopfer und die 13 Verletzten. US-Präsident Barack Obama hatte Giffords zuvor in einem Telefongespräch "seine Bewunderung für den Mut und die Bestimmtheit" der Abgeordneten ausgesprochen, wie das Weiße Haus erklärte.

Giffords hatte bei dem Attentat am 8. Jänner 2011 auf dem Parkplatz eines Supermarktes in Tucson nur knapp überlebt, nachdem der Täter ihr aus nächster Nähe eine Kugel durch den Kopf geschossen hatte. Unter den sechs Todesopfern des Anschlags waren ein neunjähriges Mädchen, ein Richter und einer von Giffords' Mitarbeitern.

Prozess gegen Todesschützen bleibt fraglich
Der mutmaßliche Todesschütze Jared Loughner war Ende Mai vorigen Jahres von einem Gericht wegen psychischer Störungen für nicht verhandlungsfähig erklärt worden. Nach monatelanger Behandlung mit Medikamenten gaben seine Ärzte im September zu Protokoll, "er versteht jetzt, dass er Menschen umgebracht hat", wie die "Los Angeles Times" berichtete. Die Staatsanwaltschaft hofft, dass dem inzwischen 23-Jährigen mithilfe der Behandlung doch noch der Prozess gemacht werden kann.

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