Mo, 23. Juli 2018

Fleisch-Kontroverse

22.12.2011 09:23

"Kannibalen"-TV-Show schockt die Niederlande

Der niederländische TV-Sender BNN lotet immer wieder die Grenzen des guten Geschmacks aus. Jetzt haben sich die Moderatoren der TV-Show "Versuchskaninchen" gar als Kannibalen versucht: Vor laufender Kamera haben sich Valerio Zeno und Dennis Storm jeweils angeblich ein Stück Menschenfleisch zubereiten lassen - und während der Sendung verspeist.

Mit der bizarren Show-Einlage wollten die Moderatoren, die in ihrer Sendung unter anderem schon illegale Drogen getestet haben, ihrer eigenen Aussage zufolge eine einfache Frage beantworten: Wie schmeckt eigentlich Menschenfleisch? Beide Männer ließen sich dazu angeblich ein kleines Stück Muskelfleisch – Zeno (im Bild links) aus dem Bauch, Storm (im Bild rechts) aus dem Po – chirurgisch entfernen.

Ein Werbe-Clip, der seit Mittwoch auch auf YouTube für Aufregung sorgt, zeigt dann, wie das Fleisch von einem Koch in der Pfanne angebraten wird. Wo die Werbung aber abbricht, wurde dann am Mittwochabend bei der Ausstrahlung in der Show Ernst gemacht: Zeno und Storm bekommen die "Schmankerln", mit Karotte und Spargel garniert, serviert - und beide Männer essen sie auch. Fazit: "Schmeckt wirklich nach Fleisch."

Sender strahlte bereits gefälschte TV-Show aus
Die Reaktionen der Internet-User, die das mögliche Kannibalismus-Mahl nach der Austrahlung auf der Website von BNN kommentiert haben, reichen von Begeisterung und Ekel bis hin zu Klagsdrohungen. Der öffentlich-rechtliche Sender – vorwiegend auf junges Publikum zugeschnitten – hatte bereits in der Vergangenheit mit einer gefälschten Show eine weltweite Kontroverse ausgelöst. In "The Big Donor Show" konnten drei Kandidaten 2007 live im Fernsehen um die Niere einer angeblich todkranken Frau gegeneinander antreteten. Doch die Todkranke war eine Schauspielerin, die ganze Sendung ein Fake.

Während BNN aber mit dem damaligen Show-Skandal ein Ziel verfolgte - der Sender wollte das Bewusstsein für Organspenden erhöhen - würde sich hinter dem aktuellen "Menschenfleisch-Dinner" kein besonderes Motiv verbergen, sagte ein BNN-Sprecher, der zugleich aber versicherte, dass es sich bei dem kannibalischen Einsatz der Moderatoren nicht um eine Fälschung handle.

Jurist: "Kannibalimus nicht ausdrücklich verboten"
Mit möglichen juristischen Konsequenzen der bizarren Show-Einlage beschäftigte sich während der Sendung der renommierte Strafverteidiger Gerard Spong. Er erklärte, dass Kannibalismus in den Niederlanden "nicht ausdrücklich verboten" sei. Doch "das Schneiden und Entfernen von Fleisch aus einem gesunden Körper ohne medizinischen Grund ist illegal", gab Spong zu bedenken. Deshalb musste der Chirurg, der das "Schlachten" der Moderatoren übernommen hatte, anonym bleiben und könne nur verpixelt gezeigt werden. Auch der Verzehr von Fleisch, das auf diese Weise gewonnen wird, sei dem Juristen zufolge zu bestrafen.

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