Kurze Hosen oder Trägerkleid. Was am Badesee passt, kommt im Büro nicht gut an - außer man möchte als unseriös wahrgenommen werden. Die „Krone“ hat sich umgehört, wie der Dresscode für den Sommer auszusehen hat. Und das Ergebnis ist wenig überraschend, wenn auch für manche nicht gerade erfreulich, die gerne kurz tragen.
Nach der kurzen Abkühlung wird es in den kommenden Tagen wieder heiß. Wer statt ins Freibad in die Arbeit muss, sollte trotzdem nicht auf einen gewissen Dresscode vergessen. Denn: „Mit allzu freizügiger Kleidung gilt man schnell als unseriös“, sagt Style-Expertin Martina Rieder-Thurn aus Linz.
Deshalb schwitzen vor allem Mitarbeiter von Banken, Versicherungen oder Rechtsanwälte – schließlich wollen sie Vertrauenswürdigkeit und Kompetenz vermitteln. „Ja, es gibt bei uns einen Style-Guide“, bestätigt auch Stefan Neubauer, Leiter der Kommunikationsabteilung der Sparkasse OÖ. Wie dieser aussieht? Für Damen gilt Rock oder Hose mit Bluse, für Männer Anzug bzw. schöne Hose mit Hemd. Krawattentragen ist allerdings freiwillig.
Um seriös zu wirken, gilt bei Röcken und Kleidern die sogenannte „Italienische Länge“, also eine Handbreit oberhalb vom Knie. Kürzer soll es nicht werden.
Martina Rieder-Thurn ist Imageberaterin
Vermeintlich leichter haben es da die Träger von Uniformen – sie brauchen nicht zu überlegen, was sie anziehen sollen. Wir haben nachgefragt, ob es bei der Polizei Erleichterung bei Hitze gibt. Hier ist der „Style“ genau mittels Polizeiuniformvorschrift geregelt. Geschlossene Schuhe und lange Hose sind Pflicht, denn „neben dem Auftreten geht es auch um die Eigensicherung “, so Paul Eidenberger, Pressesprecher des BMI. Kurze Hosen sind nur beim uniformierten Fahrraddienst erlaubt, Kurzarmhemden oder Shirts können im Sommer aber alle Polizistinnen und Polizisten tragen. Auch die weiße Tellerkappe ist verpflichtend.
Pfeift ein Mann einer Frau nach, zeigt sich, dass wir noch immer in einer sehr patriarchalen Gesellschaft leben. Jeder Mann, der auf Frauen steht, wird einen Blick riskieren. Aber alles andere hat mit männlicher Dominanz zu tun und ist nicht gut.
Kurt Kotrschal, Verhaltensbiologe
Fakt ist: Kleidung ist wie Frisur oder Schmuck kulturabhängig. Damit zeigt man, welchem „Stamm“ man angehört und bedient gegenseitiges Abschätzen. „Und das ist tief in unserer menschlichen Natur verankert“, sagt Verhaltensforscher Kurt Kotrschal (siehe Interview rechts).









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