300 Interessierte nehmen derzeit an der Almwirtschaftstagung in Millstatt teil. Der Wolf bleibt Thema Nummer eins, denn nicht nur die Almflächen gehen dramatisch zurück.
Kultur-, Wirtschafts-, Erholungs- und Tourismusraum – Almen erfüllen viele Zwecke. 300 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Österreich, Bayern, dem Allgäu, Südtirol, Friaul und der Schweiz diskutieren seit Mittwoch in Millstatt über Themen rund um die Almwirtschaft. Im Mittelpunkt steht aber der Umgang mit dem Wolf.
Protestnote an EU
Die Anzahl der gealpten Tiere (Vieh auf der Alm) ist in den vergangenen zehn Jahren um etwa 20 Prozent gesunken. Viele Bauern haben sich aufgrund der Wolfsrisse heuer dazu entschieden, ihr Vieh nicht auf die Almen zu treiben. Weil effektiver Herdenschutz dort nahezu unmöglich umzusetzen sei, habe man eine Protestnote an die EU verfasst.
„Die EU-Kommission befeuert mit dem sturen Festhalten am hohen Schutzstatus die unkontrollierte Ausbreitung der Wölfe in Kärnten. In der Protestnote, die von mehr als 120 Organisationen unterzeichnet wurde, fordern wir die Aufhebung der hohen Schutzstellung des Wolfes“, so Landwirtschaftskammerpräsident Siegfried Huber.
Wir wollen dem zuständigen Spitzenbeamten der EU-Kommission zeigen, dass Großraubtiere in einer besiedelten Kulturlandschaft, die landwirtschaftlich und touristisch genutzt wird, keinen Platz haben.
Siegfried Huber, Präsident Landwirtschaftskammer Kärnten
„Diskussion auf Augenhöhe!“
Um auf die spezielle Situation in Österreich aufmerksam zu machen, wurde Humberto Delgado Rosa, Direktor für Artenvielfalt in der EU-Kommission, eingeladen. „Es braucht in der Wolfsthematik eine Diskussion auf Augenhöhe“, so Erich Schwärzler, Obmann „Almwirtschaft Österreich“. Fassungslos zeigen sich die Beteiligten gegenüber dem Verein gegen Tierfabriken (VGT). „Mit der Anzeige gegen einen Almbauern wird hier das Opfer zum Täter gemacht“, so Huber.
Nicht bewirtschaftete Almen wachsen zu, und durch nicht abgefressene Flächen steigt die Lawinengefahr.
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