Kriegsgräberfürsorge

Die Toten mahnen zum Frieden

Burgenland
14.06.2023 13:00

Etwa 10.000 bis 12.000 Gefallene aus den beiden Weltkriegen ruhen im Burgenland auf einem Soldatenfriedhof. Das Schwarze Kreuz betreut diese Kriegsgräber ehrenamtlich.

Vor etwas mehr als 100 Jahren rief der Kaiser auch die Söhne des damaligen Deutsch Westungarns, das seit 1921 Burgenland heißt, zu den Waffen. Unzählige von ihnen fielen im Ersten Weltkrieg. Nur wenige wurden zur Bestattung in die Heimat zurücküberführt. Sie ruhen – ebenso wie die in österreichischer Kriegsgefangenschaft verstorbenen Angehörigen einstiger Feindnationen – auf 13 Kriegsgräberanlagen im Burgenland. Neben Österreichern befinden sich darunter auch Italiener und Serben. Auf weiteren 41 Soldatenfriedhöfen haben Opfer des Zweiten Weltkrieges ihre letzte Ruhe gefunden – vornehmlich Österreicher, Deutsche, Ungarn und tote Angehörige der ehemaligen Roten Armee. Allein auf dem Soldatenfriedhof Mattersburg ruhen fast 2600 Gefallene der ehemaligen deutschen Wehrmacht und ihrer Verbündeten. Und noch immer müssen regelmäßig neue Gräber ausgehoben werden, wie der Landesgeschäftsführer des Schwarzen Kreuzes Burgenland, Wolfgang Wildberger weiß. „Bei Bauarbeiten werden regelmäßig Gefallene entdeckt, manchmal stoßen auch Landwirte bei der Feldarbeit auf die Gebeine“, schildert der frühere Panzeroffizier des österreichischen Bundesheeres. Seit Mitte der 1980er-Jahre sind dem mittlerweile pensionierten Oberst die Pflege und der Erhalt von Kriegsgräberanlagen ein persönliches Anliegen: „Denn sie sind wichtige Mahnmäler für den Frieden.“

Würdevolle letzte Ruhestätte
Gefundene Überreste werden von Polizei und Landesarchäologen untersucht und – sofern es sich um Kriegstote handelt – anschließend dem Schwarzen Kreuz übergeben. „Bei Gefallenen der deutschen Wehrmacht versuchen wir anhand der Erkennungsmarken die Gefallenen zu identifizieren. Leider ist das nicht immer möglich“, so Wildberger. Bei Soldaten der Roten Armee ist das noch schwieriger: „Die trugen keine Erkennungsmarken, sondern nur einen Zettel aus Papier mit ihrem Namen in einer Hülle um den Hals.“

In jedem Fall erfolgt die finale Beisetzung der sterblichen Überreste dank der Unterstützung durch das Bundesheer mit militärischen Ehren: „Denn jeder Kriegstote hat eine würdige letzte Ruhestätte verdient.“

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