Nach dem riesigen Chaos beim Fußball-Nachwuchsturnier in St. Pölten zog man im Rathaus die Reißleine und untersagte den Spielbetrieb auf der Stadtsportanlage. Die Vorfälle erreichten sogar internationale Aufmerksamkeit.
Nachdem die Landeshauptstadt ursprünglich das Ende der dreitägigen Champions Trophy abwarten und erst heute, Montag, mit dem Veranstalter sprechen wollte, zog man doch noch Samstagabend die Reißleine. Die Stadtsportanlage, die Hauptspielstätte des großen Nachwuchsturniers mit internationalen Teams, wurde für den Finaltag nicht mehr zur Verfügung gestellt. Die Sicherheit der Kinder sei nicht mehr gewährleistet gewesen.
Park- und Müllchaos
Bereits am ersten Tag hatte es, wie berichtet, gravierende Mängel gegeben. Am deutlichsten zeigten sich diese beim Parken. Anstatt auf die Stellflächen beim nahen VAZ zu verweisen, nutzten die Anreisenden – es waren mehr als 2000 Kinder da – jeden freien Platz in den Siedlungen. Doch auch das Müllkonzept, sofern es eines seitens des Veranstalter gab, hat völlig versagt. Die Mistkübel waren übervoll, teilweise lag sogar Glas auf den Spielflächen.
Zu wenig Plätze
Dazu kamen grobe organisatorische Mängel beim Turnier selbst. Weil es zu wenig Tore gab, konnten nur 10 der 18 Plätze bespielt werden. Viele Mannschaften, die mehrere Stunden auf ihr erstes Spiel gewartet haten, reisten vorzeitig ab. Die noch übrig gebliebenen Teams machten das beste daraus und organisierten selbst Turniere. Immerhin: Der Mädchen-Bewerb und jener der U11 konnte am Sonntag noch in Spratzern und der NV-Arena fertiggespielt werden.
Nachspiel für Organisator
Auch finanziell wird das Chaos noch ein Nachspiel haben. Durch das Aus bei der Stadtsportanlage blieben dem Caterer mehrere tausend Portionen Paprikahendl und Spaghetti übrig, die zum Teil kurzfristig sozialen Organisationen gespendet wurden. Viele Vereine und Eltern sind zudem sauer auf den Veranstalter, der nicht erreichbar ist, weil sie auf teils hohen Anreisekosten (einige Teams kamen aus England) und dem Nenngeld sitzen bleiben. „Hunderte Kinder wurden bestohlen“, schreibt sogar eine kroatische Zeitung über das Turnier. „Es war kein einziger Ordner oder Ansprechpartner auf dem Turnier. Der Veranstalter hat nur abkassiert auf Kosten von Kindern, die sich seit Monaten auf so ein Turnier freuen“, ärgert sich ein Vater. „Das Nenngeld sollte zurückbezahlt werden, das wäre das Mindeste“, fordert er.









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