Pleite nach Verkauf

Ansturm auf Kika/Leiner: Zwei Stunden Wartezeit

Salzburg
09.06.2023 12:59

Ende Juli werden 23 der bislang 40 Standorte der Möbelkette Kika/Leiner geschlossen, wie ihr neuer Eigentümer am Dienstag angekündigt hat. Der Abverkauf an diesen Standorten hat mittlerweile begonnen. Ein regelrechter Kundenansturm war am Freitag die Folge, an den Kassen bildeten sich lange Warteschlangen …

„Ich habe insgesamt zwei Stunden gewartet“, erzählt Christoph David Trenker. Er hatte sich am Freitagvormittag zum Kika in Saalfelden aufgemacht, um Gartenmöbel zu kaufen. „Der ganze Parkplatz ist voll. So viel los war da noch nie“, sagt Trenker. Der Schnäppchenjäger vergleicht die Situation mit dem Beginn der Corona-Krise. „Das ist wie 2020, als alle in die Supermärkte stürzten.“

Im Kika Saalfelden mussten Schnäppchenjäger zwei Stunden warten. (Bild: Christoph David Trenker, Krone KREATIV)
Im Kika Saalfelden mussten Schnäppchenjäger zwei Stunden warten.

Wie berichtet, müssen die Filialen Saalfelden und St. Johann mit Ende Juli schließen. „Nun möchten sie noch so viel wie möglich loswerden. Es gibt 30 oder 40 Prozent auf alles“, sagt Michael Huber von der Gewerkschaft. Insgesamt werden 1900 Mitarbeiter freigestellt (siehe Grafik unten).

(Bild: Martin Jöchl)

Vielfach lange Warteschlangen an den Kassen
Auch in anderen Filialen von Kika/Leiner bundesweit wurden gestürmt, etwa der Kika in Wien-Ottakring (Bild oben), wo sich ebenfalls an den Kassen lange Schlangen bildeten. Oder der Kika im niederösterreichischen Horn, wo es schon auf der Anfahrt zum Parkplatz des Möbelhauses zu einem leichten Stau kam.

Blockabfertigung beim Leiner in Steyr
Regelrecht überrannt wurde das Möbelhaus Leiner in Steyr. Schnäppchenjäger waren genauso unterwegs wie verunsicherte Kunden. Zu Mittag herrschte bereits Blockabfertigung beim Einlass. Schon gut eine Stunde nach Geschäftsöffnung stauten sich die Autos Richtung Leiner. Der Kundenparkplatz war hoffnungslos überfüllt.

Um 11.30 Uhr wurde dann der Leiner wegen Überfüllung geschlossen. „Es sind mehr Kunden als erlaubt im Geschäft“, bat eine Mitarbeiterin bei einem APA-Lokalaugenschein um Verständnis, dass in den kommenden 30 Minuten niemand ins Haus gelassen werde und Blockabfertigung gelte.  Beträchtliche Warteschlangen aufgrund des Räumungsverkaufes wurden auch aus der Kika-Filiale in Wörgl im Tiroler Unterland gemeldet.

Vermutlich sind unter den Schnäppchenjäger auch viele Gutscheinbesitzer, die wohl der Empfehlung des Vereins für Konsumenteninformation (VKI) gefolgt sind, Gutscheine rasch einzulösen, und „zwar bei Dingen, die man gleich mitnehmen kann“. Denn: wenn die Insolvenz angemeldet ist (was vermutlich kommende Woche passiert, Anm.), müssten Gutscheine als Forderung bekannt gegeben werden.

Neo-Eigentümer: „Gutscheine behalten Gültigkeit“
Vermutlich um einen Ansturm auf die Geschäfte zu verhindern, hatte der Neo-Eigentümer von Kika/Leiner, am Freitag versprochen, alle Gutscheine der Kika/Leiner-Gruppe würden auch nach der geplanten Insolvenz ihre Gültigkeit behalten.

Auch Anzahlungen für künftige Lieferungen gehören zu den Forderungen. Allerdings soll im Zuge des Fortführungsplans sichergestellt werden, dass alle offenen Aufträge erfüllt und die geleisteten Anzahlungen zur Gänze angerechnet werden, so der Sprecher. Damit würden Kunden auch nicht um ihre Anzahlungen umfallen.

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