Sehr unterschiedlich gewählt haben die unterschiedlichen Bevölkerungsschichten in Salzburg: So konnte die KPÖ Plus vor allem bei Akademikern punkten, die Volkspartei bei Senioren. Endgültig abgelöst hat die FPÖ die Sozialdemokraten als Arbeiterpartei: die Freiheitlichen kamen bei diesem Wählersegment sogar auf 52 Prozent. Großes Thema war auch bei dieser Landtagswahl die Teuerung.
Ihren überraschenden Erfolg hat die KPÖ vor allem Menschen mit formaler Bildung zu verdanken. Von Personen mit Universitätsabschluss wählten laut einer Wahlbefragung 17 Prozent kommunistisch, bei jenen mit Matura waren es noch 15. Ebenfalls überproportional gut schnitten bei den Akademikern die Grünen mit 21 und die NEOS mit zehn Prozent ab. ÖVP, FPÖ und SPÖ kamen in dieser Wählergruppe auf verhältnismäßig wenige Stimmen.
Der Kampf um Platz eins unterschied sich je nach Wählergruppen. Die ÖVP wurde vor allem von Menschen über 60 Jahren gewählt (44 Prozent). Die FPÖ war bei der Gruppe zwischen 30 und 59 besonders erfolgreich und setzte sich mit 31 Prozent an die Spitze. Bei Arbeiterinnen und Arbeitern kamen die Freiheitlichen gar auf 52 Prozent und damit eine absolute Mehrheit.
Teuerung weiter brennendes Thema
Top-Thema für die Bevölkerung war im Vorfeld der Wahl wieder die hohe Inflation. Wie in Kärnten und Niederösterreich war die Teuerung im Wahlkampf sehr präsent. Fast jede zweite Person (44 Prozent) gab in der Befragung von SORA/ISA für den ORF an, sehr häufig über steigende Preise diskutiert zu haben. Ganz besonders war das bei den Wählerinnen und Wählern von SPÖ und KPÖ plus der Fall.
Bei der SPÖ sprachen 49 Prozent über die Inflation, 40 über leistbares Wohnen. Die KPÖ-Anhängerschaft tauschte sich zu 40 Prozent über steigende Preise aus. Das Wohnthema lag mit 43 Prozent sogar noch darüber. Über alle Befragten kam das leistbare Wohnen auf 35 Prozent, dahinter rangierten die Gesundheits- (31) und Energieversorgung (30).
KPÖ profitiert von Kurzentschlossenen
Zwölf Prozent der Salzburger gaben laut Umfrage an, dass sie sich in den letzten Tagen vor der Wahl entschieden hatten, wen sie wählen. Weitere 18 Prozent entschieden sich vor zwei bis drei Wochen. Von Kurzentschlossenen profitierte besonders die KPÖ. Hier sagten 23 Prozent, sich in den vergangenen Tagen, 33 in den letzten Wochen entschieden zu haben.
Auch die generelle Stimmung in Salzburg wurde abgefragt. Das Ergebnis: Sie ist eher schlecht - mehr dazu hier - und hatte deutliche Auswirkungen auf das Wahlergebnis, dabei ist ein klarer Unterschied zwischen den Parteien feststellbar. Die ÖVP hat vor allem jene mobilisiert, die in den vergangenen fünf Jahren in Salzburg eine positive Entwicklung festgestellt haben, in dieser Gruppe erreicht sie 59 Prozent. Von der negativen Stimmung profitiert die FPÖ und kommt auf 44 Prozent bei jenen mit negativem Blick auf die letzten Jahre.
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