Schlachtfeld Straße

In fünf Jahren wurden 23.000 Hasen überfahren

Oberösterreich
04.04.2023 14:30

Schlachtfeld Straße: Pro Jahr wurden zuletzt mehr als 4400 Hasen und rund 8300 Rehe in Oberösterreich von Autos niedergefahren und getötet.In den vergangenen fünf Jahren mussten mehr als 23.000 Langohren dran glauben. Mitschuld ist der überbordende Bodenverbrauch.

Rund 20.700 Kilometer Straßen gibt es in Oberösterreich. „Das Überqueren der Straßen ist für Tiere lebensgefährlich. Je mehr Autos und Lastwagen fahren und je höher deren Tempo, umso größer das Risiko für Tiere unter die Räder zu kommen“, verdeutlicht VCÖ-Sprecher Christian Gratzer. So ist der Aktionsraum eines Feldhasen rund 20 Quadratkilometer groß.

Derzeit ist Paarungszeit
Derzeit sind viele Hasen unterwegs, es ist Paarungszeit. „Jede Fahrgemeinschaft, die zwei oder drei Autos auf eines reduziert, jeder Umstieg vom Auto auf Bahn, Bus oder Fahrrad reduziert die Verkehrsbelastung, wovon sowohl die  Anrainer als auch die heimische Tierwelt profitieren“, sagt Gratzer.

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Jede Fahrgemeinschaft, die zwei oder drei Autos auf eines reduziert, jeder Umstieg vom Auto auf Bahn, Bus oder Fahrrad reduziert die Verkehrsbelastung, wovon sowohl die Anrainer als auch die heimische Tierwelt profitieren

Christian Gratzer, VCÖ

Füchse, Dachse, Rebhühner . . .
Zuletzt wurden in Oberösterreich 4432 Hasen Opfer des Straßenverkehrs sowie rund 8300 Rehe, über 1200 Fasane und rund 700 weitere Wildtiere, wie Füchse, Dachse oder Rebhühner.

Drei Fußballfelder täglich
Der WWF weist darauf hin, dass österreichweit die Verkehrsflächen um über 70 Quadratkilometer zugenommen haben.  Ein österreichweiter Bodenschutz-Vertrag soll den massiven Flächenverbrauch verbindlich in die Schranken weisen. „Neben einer Ökologisierung der Raumordnung und des Steuersystems braucht es auch eine große Naturschutz-Offensive, um die Artenvielfalt zu erhalten“, betont Simon Pories.

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In den vergangenen zehn Jahren wurde in Österreich täglich eine Fläche von drei Fußballfeldern für Verkehr verbaut. Wir brauchen daher auch bei großen Verkehrsprojekten ein Umdenken.

Simon Pories, Bodenschutz-Sprecher des WWF Österreich

Zersiedlung als Ursache
Ein Treiber des Flächenverbrauchs ist auch die Zersiedelung. Supermärkte, Betriebsanlagen oder Wohnsiedlungen außerhalb der Orte verbrauchen für sich sowie Zufahrstraßen und Parkplätze enorme Bodenflächen. VCÖ und WWF setzen sich daher für einen Stopp der weiteren Zersiedelung und die Stärkung der Ortskerne und der Nahversorgung ein.

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