Ein Hausbesitzer schickt Autofahrern „Strafbefehl“, weil sie auf seinem Grund umgedreht haben. Weil er sie dabei mit einer Kamera gefilmt hat, wurde er nun aber selbst angezeigt. Hier die ganze Geschichte:
Das war eine teures Jausensemmerl! Nach einem beruflichen Termin in Freistadt gönnte sich ein Linzer (42) bei einem örtlichen Sparmarkt etwas zu essen. Er parkte in einer Nebenstraße, wo das Geschäft auch Plätze ausgeschildert hat. Als der Ortsunkundige dann wegfahren wollte, konnte er in der schmale Sackgasse schwer umdrehen, fuhr ein Stück weiter, um vor einem Privathaus zu wenden. Ein teure Idee.
Hausbesitzer will Geld
Denn wenige Wochen später flatterte dem Linzer ein Brief ins Haus. Darin wird er aufgefordert, 250 Euro zu zahlen. „Sie haben in der Einfahrt in der (oben genannten Adresse) mit Ihrem Kraftfahrzeug (...) widerrechtlich umgekehrt bzw. gewendet“, heißt es in dem Schreiben. Der Linzer wird aufgefordert, eine Unterlassungserklärung zu unterschreiben. Und er soll 250 Euro zahlen, darin enthalten die Gebühr für die Auskunft aus der Kraftfahrzeugsdatei (15,30 Euro). „Das ist ja eine Frechheit“, ärgert sich der Linzer. Und er ist offensichtlich nicht alleine. „Im Anhang des Schreibens sind noch sieben andere Personen aufgelistet, die offenbar auch dort umgedreht haben. Das ist doch eine Abzocke von dem Mann. Der macht da eine gutes Geschäft damit“, so der Linzer.
Stadt zeigt Besitzer an
Die „Krone“ hat bei der Stadt Freistadt nachgefragt. „Wir wissen um die Situation. Die Straße ist eng, wir arbeiten an einer Lösung“, sagt man dort. Und zum Anzeiger? „Auch der ist bekannt. Wir haben versucht, mit ihm zu reden, allerdings ohne Erfolg. Der Mann wurde nun bei der Datenschutzbehörde angezeigt, weil seine Kamera den öffentlichen Raum filmt und auch beim Finanzamt wurde er angezeigt“, so der Stadtamtsleiter Florian Riegler. Der Hausbesitzer wollte sich gegenüber der „Krone“ nicht äußern. Ganz im Gegenteil, er drohte gleich einmal mit einer Klage
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