Cousins missbraucht

„Ich werde die Kinder nimma angreifen“

Chronik
13.12.2022 07:00

17-Jähriger soll vier Buben, darunter drei Cousins, zwei Jahre x-fach sexuell missbraucht haben. Richter in Wels gab den Verurteilten nach U-Haft in Hände der Eltern. Er muss strenge Auflagen erfüllen, sonst droht wieder Gefängnis.  Die kleinen Opfer müssen die Erlebnisse erst verarbeiten.

Was sich im Jugendzimmer eines heute 17-Jährigen aus dem Großraum Gmunden über zumindest zwei Jahre abgespielt hat, wird noch weit in die Zukunft Folgen haben. „Alle Kinder sind in psychologischer Betreuung“, sagt die Opferanwältin der vier Buben im Alter von sechs bis elf Jahren – drei sind Cousins des Angeklagten, der sie „unzählige Male“ sexuell missbrauchte. Schwerer sexueller Missbrauch von Unmündigen, Vergewaltigung und pornografische Darstellung von Minderjährigen klagte die Staatsanwältin an.

„Buben sind gern zu ihm gekommen“
„Des stimmt“, gab der Lehrling, der seit Juli in U-Haft saß, am Montag zu. „Was tun wir denn mit Ihnen?“ – auf die Frage des Richters kommt ein „Weiß nicht“ des großgewachsenen Burschen, dem ein Gutachten eine verminderte Zurechnungsfähigkeit und auch pädophile Neigung attestiert. Die Eltern sind im Saal, die Mutter sagt: „Die Buben sind gerne zu ihm gekommen. Vielleicht haben wir zu wenig aufgepasst.“ Dass es so viele Angriffe gegeben habe, kann sie aber nicht glauben.

Der Schöffensenat im Landesgericht Wels urteilt schnell: 21 Monate Haft, davon 14 auf Bewährung und bedingte Entlassung nach Anrechnung der U-Haft noch im Gerichtssaal. Die Cousins bekommen je 500 Euro, das vierte Opfer 250 Euro. Die Eltern fallen sich in die Arme, nehmen den Sohn, der in die Lehre zurückkehren kann, mit. Er muss strenge Auflagen erfüllen: Bewährungshilfe, psychologische und falls nötig medikamentöse Behandlung, absolutes Alkoholverbot und totale Kontaktsperre zu den Opfern. „Verstehen Sie, was das heißt?“, fragt der Richter. „Ich werd’ die Kinder nimma angreifen“, verspricht der bisher unbescholtene Angeklagte – und die Eltern, dass sie den Sohn auch nach dessen 18. Geburtstag unterstützen werden.

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