Kaum Public Viewings

Sofa statt WM-„Rudeljubel“ für Tiroler Fußballfans

Tirol
18.11.2022 09:01

Gemeinsame Fußball-Partys mit Public Viewing wird es bei der ersten Winter-Fußball-WM der Geschichte kaum geben. Zumindest in Tirol sind die Angebote zum „Rudeljubel“ nämlich äußerst rar.

Dicke Wollschals, warme Winterjacken und vielleicht sogar Moonboots in den Landesfarben: Die Hersteller von Fanartikeln witterten bereits das große Geschäft. Denn zum ersten Mal in der Geschichte findet eine Fußballweltmeisterschaft im Winter statt.

Kaum Public Viewing und viel Kritik am Gastgeber
Doch Vorfreude auf die am kommenden Sonntag beginnende WM scheint unter den Tiroler Fußballfans nicht so recht aufzukommen. Schlachtenbummler, die freudetrunken vor großen Leinwänden mit ihren Idolen mitfiebern, wird es heuer kaum geben. Denn Public-Viewing-Angebote sind rar. Neben der gewöhnungsbedürftigen Jahreszeit spielt dabei vermutlich auch das Gastgeberland Katar eine Rolle. Denn dem Wüstenemirat werden bekanntlich massive Menschenrechtsverletzungen vorgeworfen. So sollen aufgrund von Überarbeitung, Hitze und Stress viele Arbeiter den Bau der WM-Stadien mit dem Tod bezahlt haben.

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Eine öffentliche Übertragung einer Winter-Fußball-WM passt nicht ins Konzept.

Christian Santer von der Gemeinde Telfs

 Christkindlmärkte haben eindeutig Vorrang im Land
In Innsbruck war schon früh klar, dass der traditionelle Christkindlmarkt etwa am Marktplatz Vorrang hat. „Ein Public Viewing am Marktplatz können wir uns im Dezember nicht vorstellen. Ganz abgesehen von Wetter oder Temperatur: Der Christkindlmarkt gehört dort hin“, betonten die Verantwortlichen des Stadtmarketings schon kurz nach der Weltmeisterschaft vor vier Jahren in Russland. Und dabei ist es geblieben.

Auch das Eventteam der Marktgemeinde Telfs ist mit Märkten und Veranstaltungen in der Vorweihnachtszeit bestens ausgelastet, wie Christian Santer aus dem Rathaus betont. „Eine öffentliche Übertragung einer Winter-Fußball-WM passt nicht ins Konzept.“ Ähnlich sehen es Imst, Wattens, St. Johann sowie viele andere Städte und Dörfer in Tirol.

Die vorweihnachtliche Atmosphäre möchte man auch in Schwaz mit einem Public Viewing nicht „stören“. Bürgermeisterin Victoria Weber nennt aber auch andere Gründe, warum es kein „Rudeljubeln“ in der Silberstadt geben wird. „Der große Raiffeisen-Parkplatz, der früher für das Public Viewing verwendet wurde, wurde umgebaut und steht nicht mehr zur Verfügung“, so die Stadtchefin. „Dafür bieten aber einige Schwazer Gastronomen ein tolles Angebot für Fußballbegeisterte an“.

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Wir werden auch sonntags geöffnet haben und jedes Match übertragen.

Ronny Ilius vom Castello in Fieberbrunn

Und auch in der Bar Castello in Fieberbrunn kann man in gewohnter Manier den Ballzauberern auf die Füße schauen. „Wir werden auch sonntags geöffnet haben und jedes Match übertragen“, kann Wirt Ronny Ilius den Anpfiff kaum erwarten. „Wie viele Leute die Spiele bei uns verfolgen werden, ist aber schwer abzuschätzen.“

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