Rund 1400 Jahre alt

Emirate: Reste von christlichem Kloster entdeckt

Wissenschaft
04.11.2022 14:22

Auf einer Insel in den Vereinigten Arabischen Emiraten (kurz VAE) haben Archäologen die Überreste eines frühchristlichen Klosters entdeckt. Ihren Angaben zufolge wurde dieses vor etwa 1400 Jahren gegründet - vor der Verbreitung des Islam. Der Fund untermauere, dass das Christentum vor der Verbreitung des Islam am Persischen Golf und in Richtung Indien weiträumig Fuß gefasst hatte, so die Forscher.

Das Kloster wurde auf der Insel Siniyah vor der Küste von Umm al-Quwain - einem der sieben Emirate der VAE - gefunden. Die Untersuchung von Proben mittels der Radiokarbonmethode zeige, dass das Kloster zwischen 534 und 656 nach Christus gegründet wurde. Der islamische Prophet Mohammed lebte von 570 bis 632; bis dahin hatten muslimische Heere den größten Teil der Arabischen Halbinsel erobert.

Das auf Siniyah freigelegte Kloster bestand laut Angaben der Wissenschaftler aus einer einschiffigen Kirche und einem weiteren Gebäude mit vier Räumen, womöglich der Wohnort eines Abts oder eines Bischofs. Bei den Grabungen stieß man auch auf Überreste eines Taufbeckens und einen Altar sowie einen Ofen, der mutmaßlich zum Backen von Brot für die Eucharistiefeier diente, berichtet die katholischen Nachrichtenagentur Kathpress.

Zweite Klosterruine in den Emiraten
Es ist bereits die zweite Klosterruine, die in den Emiraten gefunden wurde. Bereits Anfang der 1990er-Jahre waren Forscher nahe Abu Dhabi, der Hauptstadt der Vereinigten Arabischen Emirate, auf die Überreste eines christlichen Klosters gestoßen. Dieses stammt aus der gleichen Periode wie die nun entdeckte Stätte.

Reste von Klöstern und Kirchen aus dieser Zeit finden sich auch in Kuwait, Bahrain, Oman und Saudi-Arabien. Laut einer Überlieferung befahl der Prophet Mohammed vor seinem Tod, dass es keine andere Religion auf der Arabischen Halbinsel geben darf als den Islam. Heute leben dort etwa 3,5 Millionen Christen, fast alle sind Gastarbeiter aus Ländern wie den Philippinen, Bangladesch oder Pakistan.

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