Beim „Spiel der freien Kräfte“ hatte Bürgermeister Michael Ritsch (SPÖ) das Nachsehen. Dies führte zu einem Beschluss gegen seine Vorschläge.
Groß war die Aufregung in den politischen Gremien der Landeshauptstadt, als es darum ging, ob die ÖBB-Haltestelle einen längeren Bahnsteig bekommen soll. Die Verlängerung - so forderten es die Zuständigen der ÖBB - sei notwendig, da in Zukunft längere Zuggarnituren unterwegs sein werden. Die 140 Meter Länge seien nicht mehr ausreichend, der Bahnsteig am Hafen müsse auf 220 Meter anwachsen.
Aufschrei der ÖVP und Grünen
Bürgermeister Michael Ritsch schlug gleich einmal vor, die Haltestelle zu schließen - schließlich rücke der Bahnhof während des Umbaus schon viel näher an die Haltestelle Bregenz Hafen heran. Damit sorgte Ritsch allerdings für einen Aufschrei bei ÖVP und Grünen.
Die wollten eine der meist frequentiertesten Ein- und Ausstiegsstellen der ÖBB nämlich keinesfalls schließen - im Gegenteil. „Wir wollen den öffentlichen Nahverkehr ausbauen“, stellte ÖVP-Stadträtin Veronika Marte klar. Zudem überzeuge das Argument des Bürgermeisters, dass der Bahnhof ohnehin in die Mitte rücke, wenig. „Das ist nur eine Übergangslösung während der Umbauarbeiten. Sollte irgendwann mal ein neuer Bahnhof gebaut werden, steht der wieder am alten Standort.“
Wir wollen den ÖPNV ausbauen. Eine Schließung von Haltestellen war und ist für die ÖVP Bregenz deshalb kein Thema.
Stadträtin Veronika Marte
Ähnlich sahen das Vizebürgermeisterin Sandra Schoch und ihre Mitstreiter. Gemeinsam mit der ÖVP forderten die Grünen, dass die Haltestelle bleibt und dese die gewünschte Verlängerung in Richtung Lochau erhält. Da mehr Waggons und eine höhere Taktdichte auch zu längeren Schließzeiten von Schrankenanlagen führen, soll es für Fußgänger und Radfahrende künftig eine attraktivere Querungsmöglichkeit geben.
Zudem müssen Einsatzfahrzeuge und Zulieferer Hafen und Restaurant auf der Seeseite jederzeit gut erreichen können. All die Punkte wurden schließlich mit den Stimmen der ÖVP und Grünen beschlossen. Der Bürgermeister ohne Koalitionspartner hatte beim „freien Spiel der Kräfte“ das Nachsehen.








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