Die Teuerung erfasst auch das traditionelle Essen zum Landesfeiertag. Angesichts der heuer bevorstehenden Preissteigerungen könnte so manch einem der Appetit vergehen. Die „Krone“ hat sich umgehört, was pro Kilogramm verlangt wird.
Ein köstliches Gansl mit Rotkraut und Knödel gehört für viele in der Zeit rund um den Landesfeiertag einfach dazu. Schon in der Vergangenheit war das Martinigansl allerdings kein preiswertes Essen – für viele aber noch im akzeptablen Bereich. Um die 20 Euro pendelte der Preis für eine Portion.
Bis zu 31 Euro
Heuer dürfte sich das ändern. Wer ein saftiges Federvieh am Teller haben will, wird deutlich tiefer in die Tasche greifen müssen. Zwischen 22 und 31 Euro pro Portion wird sich der Preis voraussichtlich bewegen, erklärt Franz Perner, Spartengeschäftsführer für Tourismus und Freizeitwirtschaft.
Abhängen wird der Preis vor allem davon, ob es sich um eine konventionell gefütterte oder höherwertige Gans handelt. Schon im konventionellen Bereich seien die Preise im Einkauf um 100 Prozent gestiegen, sagt Perner. Acht bis neun Euro kostet hier das Kilo. Auch Gänse aus Ungarn seien nicht günstiger zu bekommen.
Gansl servieren sinnvoll?
Bei höherwertigen Weidegänsen können sich die Preise hingegen schon bei 22 bis 37 Euro pro Kilogramm bewegen. Für die Wirte stellt sich da die Frage, ab wann es sich für sie noch rechnet, ein Gansl anzubieten.
Ein Wareneinsatz von 35 bis 40 Prozent sei gerade noch tragbar, meint Perner. Viele Gastronomen kämen aber ohnehin nicht mehr aus, weil die Gänse schon vor langer Zeit bestellt wurden - damals noch in der Annahme eines günstigeren Preises. Vor drei, vier Wochen seien die Preise jedoch in die Höhe geschossen - und zwar bei allen Händlern. Perner spricht von einem „Domino-Effekt“.
Wenn einer anzieht, ziehen alle anderen nach.
Franz Perner, Spartengeschäftsführer für Tourismus und Freizeitwirtschaft
Energiepreise als Problem
Viel größere Sorgen bereiten den Gastronomen jedoch die explodierenden Energiepreise. Bei dem Großteil der Betriebe würden die Verträge mit den Energieversorgern in den nächsten Wochen auslaufen, meint Perner. Die neuen Verträge seien empfindlich teurer. Bisher hätten die Energieversorger keinerlei Kulanz gezeigt. „Wenn ein Heurigenrestaurant bisher Energiekosten von 1200 Euro im Monat hatte und künftig 9800 Euro zahlen soll, braucht er gar nicht mehr aufsperren“, so der Spartengeschäftsführer.
Kühlanlagen teuer
Die Energiepreise würden aber auch Fleischer oder Bäcker hart treffen. „Alle, die mit Kühlanlagen für Lebensmittel arbeiten haben einen hohen Verbrauch. Die können ja nicht einfach abschalten.“ Der Strompreisdeckel gilt nur für Privathaushalte. Die Betriebe hoffen nun auf eine Lösung der Politik oder auf europäischer Ebene. „Wenn wir teurer werden, haben wir weniger Frequenz - das führt in eine Teufelsspirale“, so Perner.









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