Patrick Pentz und Kevin Danso sind Österreichs Frankreich-Experten - aber nur der Torhüter fiebert dem großen Highlight am Donnerstag in Paris entgegen. Wegen der Sperre droht Danso zumindest kein „Kabinenverbot“ in Lens, während sich Pentz auf die österreichische Küche freut.
„Ich war an meinem freien Tag in Paris, bin extra zum Stade de France gefahren, um einen Eindruck zu bekommen.“ War ja für Patrick Pentz möglich, es sind nur rund 150 Kilometer von Reims, seit Sommer die Wahlheimat des Goalies. Das Kribbeln vor dem Nations-League-Hit am Donnerstag ist schon lange da. Geht Kevin Danso, unserem zweiten „Spion“ in der Liga des Weltmeisters, genauso: „Bei uns war das auch ein großes Thema“, nickt der ÖFB-Verteidiger, im täglichen Job Abwehrbollwerk bei Lens. Aber dieser Tage mit einem weinenden Auge - der 23-Jährige sitzt am Donnerstag wegen einer Gelbsperre nur auf der Tribüne. „So muss ich wenigstens keine Angst haben, dass ich danach nicht mehr in Lens in die Kabine darf.“
Die Qualität hier ist brutal, die Flanken werden gnadenlos reingeschnalzt. Aber im Team haben wir auch eine andere Qualität.
Reims-Legionär Patrick Pentz
Falls Österreich Frankreich erneut in Schach hält. Wie beim 1:1 in Wien, wo Mbappé erst spät den Ausgleich erzielte. „Die Dynamik von Mbappé gibt es nur einmal auf der Welt, die ist ein Wahnsinn“, schwärmt Pentz. Dem seine Paraden beim 1:1 im Prater wohl die Tür in die Ligue 1 geöffnet haben: „Bis auf das Gegentor war gar nichts Unhaltbares dabei. Da wurde meine Leistung richtig hochgepusht.“
Spitzname Franklisch
Bereut hat der Ex-Austrianer den Wechsel nicht. Auch wenn er in den ersten sieben Partien für Stade Reims nie die Null halten konnte, am Wochenende beim 0:3 gegen Monaco erstmals auf der Bank saß. „Die Qualität hier ist brutal, hier werden die Flanken gnadenlos reingeschnalzt, anders als in Österreich. Ich muss viel höher stehen. Was ich in den letzten zwei Monaten mitgenommen habe, ist brutal.“
Danso, in seinem zweiten Jahr in Frankreich, hat sich an das Niveau gewöhnt. Er ist eine Stütze bei Lens, in der Ligue 1 noch ungeschlagen, derzeit auf Platz vier - dennoch sorgt der Innenverteidiger für Lacher: „Weil ich ständig die Sprachen mische. Mein Spitzname im Klub ist Franklisch.“
Es wird ein anderes Spiel als im Juni. Alle sind frisch, Frankreich wird Gas geben. Wir müssen mit unserer Mentalität dagegenhalten.
ÖFB-Verteidiger Kevin Danso
Tipps von der Botschaft
Auch Pentz drückt jetzt wieder die „Schulbank“, wird aber alles verstehen, was Mbappé und Co. am Donnerstag von sich geben. Und er ist sich sicher: „Wir brauchen uns nicht zu verstecken, wir haben im Nationalteam auch eine enorme Qualität.“ Dass bei Frankreich etwa Benzema fehlt, spielt für den 25-Jährigen keine Rolle: „Dann spielt Dembele, das ist fast kein Unterschied.“
Brisant ist die Ausgangslage, da Frankreich mit zwei Punkten derzeit Tabellenletzter ist - Danso bekommt die Stimmungslage im Land mit: „Für sie ist der Druck größer als für uns. Jetzt sind alle frischer als im Juni, sie spielen daheim - es wird eine andere Partie.“
Worauf sich die Rangnick-Truppe seit gestern in Wien vorbereitet, Pentz sich auch auf das heimische Essen freute. Er sorgte ja mit seiner Kritik an der französischen Küche für Schlagzeilen, lacht: „Sogar die Botschaft hat sich gemeldet. Ich habe auch Tipps bekommen, wo man in Reims gut essen kann. Das kann man, aber das kostet richtig viel, ich habe ja keinen Geldscheißer.“
Bei der Kulinarik ist Rot-Weiß-Rot für Pentz und Danso unschlagbar, hoffentlich auch auf dem Rasen.








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