Seit mittlerweile 45 Jahren bietet die Caritas in Kärnten ihre Telefonseelsorge an. Was einst mit vier Leuten, die stundenweise über Telefone mit Viertelanschlüssen zur Verfügung standen, begann, wird mittlerweile von 90 Mitarbeitern rund um die Uhr bedient. Das Bedürfnis zum Telefon zu greifen, und mit jemandem reden zu können, wenn es nicht mehr weiterzugehen scheint, ist größer denn je.
332.093 Menschen wurde geholfen
Die Caritas Kärnten, die in ihrer Telefonseelsorgegeschichte 332.093 Menschen betreut hat, verzeichnet für das Jahr 2021 den bisherigen Rekordwert von 17.533 Anrufern auf der 142-erNummer. Auch online wird natürlich längst geholfen, es gibt E-mail-Beratung, Sofort-Chat und buchbare Chats. Die Hilferufe klingen nicht überall gleich. Auf den von jüngeren Menschen genützten Online-Kanälen geht es etwa um spezielle Konfliktsituationen oder Lebensumbrüche. „Am Telefon, wo es meist 40 bis 60-Jährige sind, geht es eher grundsätzlich um Einsamkeit und psychische Probleme. Hier tastet sich der Anrufer eher langsam heran“, verrät Barbara Ogris, Leiterin der Telefonseelsorge.
Bei 24 Prozent der Hilfesuchenden werde ein Selbstmordgedanke klar ausgesprochen. Die Caritas Seelsorger sind auf alles vorbereitet und können immer helfen. Drei Seelsorger stehen hauptberuflich im Einsatz, alle anderen engagieren sich ehrenamtlich, kommen aus allen Gesellschaftsschichten.
Caritas Telefonseelsorge unter der Notrufnummer 142
Plattform www.rataufdraht.at, die unter der Nummer 147
Problemkompass auf www.wir-helfen-dir.at
Psychiatrischer Not- und Krisendienst des Landes: 0664 300 7007
Ogris: „Die Telefonseelsorger durchlaufen eine einjährige Ausbildung, ehe sie für den vierstündigen Tag- oder den neunstündigen Nachtdienst ans Not-Telefon gelassen werden.“ Und sie müssen vor allem eines können: „Zuhören. Wir hören ohne zu bewerten zu und bieten dann den ersten kleinen und oft auch einfachen Schritt für den Weg aus der Krise an“, so Ogris. Um den Bedarf zu decken, werden von der Caritas aktuell wieder zehn Seelsorger ausgebildet, aber auch bei anderen Plattformen steigt die Zahl der Hilfesuchenden.
Plattformen bieten passende Hilfe an
Rat auf Draht, das von SOS Kinderdorf betrieben wird und sich vor allem an Jugendliche richtet, hat 2021 österreichweit 69.788 Kontakte, davon 5115 aus Kärnten. Bei 17 Prozent der Anrufer sei Suizid ein Thema. In erster Linie gehe es jedoch um Schulprobleme oder Streit mit den Eltern.
Auch die vor einem halben Jahr vom Land Kärnten ins Leben gerufene Plattform „wir helfen dir“, auf der alle Organisationen vertreten sind, hat viele Aufrufe. Der psychiatrische Not- und Krisendienst des Landes leistete im vergangenen Jahr zudem 2378-mal telefonisch Hilfe.
Niemand wird allein gelassen
Alle Helfer dieser Organisationen stehen rund um die Uhr für jeden im Einsatz – niemand wird allein gelassen. „Das Schönste ist, wenn sich nach längerer Zeit ein Anrufer erneut meldet und einfach nur Danke sagen möchte. Danke dafür, dass man damals für ihn da war“, erzählt Barbara Ogris.









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