Wütende Proteste
Kosovo: Mädchen (11) von fünf Männern vergewaltigt
Seit Tagen demonstrieren Menschen in Pristina, der Hauptstadt des Kosovo, gegen Gewalt an Frauen und fordern die Justizbehörden auf, bei sexueller Gewalt härter durchzugreifen. Auslöser für die Proteste ist eine abscheuliche Tat: Ein elf Jahre altes Mädchen wurde Ende August von fünf Männern stundenlang vergewaltigt.
Die Polizei nahm fünf Verdächtige fest, darunter drei Minderjährige. Ein Gericht in Pristina hat zwei der Tatverdächtigen für 30 Tage in Untersuchungshaft genommen.
Verbrechen dauerte sieben Stunden
Sie sollen die Elfjährige am 27. August in einem Park in Pristina über einen Zeitraum von sieben Stunden vergewaltigt haben. Danach wurde das Opfer mit einem Auto an einen anderen Ort gebracht. Über den Gesundheitszustand des Mädchens ist derzeit nichts bekannt.
Die Tat schockierte das Land und löste wütende Proteste aus. Den Behörden wurde Versagen vorgeworfen. Vergangenen Dienstag trat der kosovarische Polizeichef aus Gewissensgründen zurück. Richter und Staatsanwälte werden heftig dafür kritisiert, bei Fällen sexueller Gewalt die Täter viel zu milde zu bestrafen.
Urteile scheitern an Verjährung
Eine Analyse des Balkan Investigative Reporting Network (BIRN) untermauert das: Zwischen 2015 und 2020 haben demzufolge Staatsanwälte mehr als 521 Anklagen wegen sexueller Gewalt erhoben. Nur 140 Urteile führten davon zu Haftstrafen, während 79 mit Geldstrafen und Bewährungsstrafen endeten. Die meisten Taten, 189 an der Zahl, wurden nicht geahndet, weil sie schon verjährt waren, so die BIRN-Analyse, die im Mai durchgeführt wurde.












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