Trotz Personalkrise gesteht man Pflegekräften wie Veronika Masin kaum zu, Schwerarbeit geleistet zu haben. Das wirkt sich negativ auf die Pension aus. Weil viele derartige Fälle drohen, steigen die Personalvertreter auf die Barrikaden. Statt der vielen öffentlichen Schulterklopfer und den Lippenbekenntnissen solle die Politik die Pflegeberufe endlich mehr wertschätzen und würdigen.
Ein Drittel aller Pflegekräfte wird bis 2030 in Pension gehen. Auch die im Spital Waidhofen an der Thaya arbeitende Pflegeassistentin Veronika Masin ist dabei. Sie ließ sich „die Jahre ausrechnen“. Für die Schwerarbeiterpension mit wesentlich geringeren Abschlägen - 1,8 Prozent statt 5,1 Prozent pro Jahr - muss man von den letzten 20 Erwerbsjahren zehn schwer gearbeitet haben. Nach Langem kam der Bescheid der Pensionsversicherung, der für die 54-Jährige ein Schock war: Nur zwei der 13 Jahre wurden der Vollzeitkraft als Schwerarbeit angerechnet.
„Werde es nicht schaffen“
„Unsere Tätigkeit ist sehr fordernd, ich werde es nicht schaffen, meine Arbeit so bis zum normalen Pensionsantritt auszuführen“, ist sie sich sicher. Verständnis hat auch ihr Betriebsrat Franz Bauer, der ob der diskriminierenden Anrechnungsweise voll hinter ihr steht. Nachdem ihr die Arbeiterkammer nicht helfen konnte, nahm sie sich selbst einen Anwalt – vom Arbeitsgericht Krems werden nun Gutachter bestellt.
85.000 Unterschriften für Bürgerinitiative
Nach der Antwort des Gesundheitsministeriums auf die parlamentarische Bürgerinitiative „Achtung Gesundheit“ mit 85.000 Unterschriften (siehe Faksimile) steigen die Spitzengewerkschafter Reinhard Waldhör (GÖD) und Edgar Martin (younion) auf die Barrikaden. Denn oft fallen die Pflegekräfte um die Schwerarbeiterregelung um, weil dafür mindestens 15 Dienste im Monat absolviert werden müssen. Das ist bei einem 12-Stunden-Dienstrad aber kaum möglich.
Bei Pressekonferenzen klopft man den Pflegekräften auf die Schulter, wenn es wirklich um Verbesserungen geht, schlägt man ihnen ins Gesicht.
Die Spitzengewerkschafter Reinhard Waldhör (GÖD) und Edgar Martin (younion) uni sono.
Bereits Möglichkeiten für Schwerarbeiterpension
Waldhör war deshalb erst kürzlich bei Minister Johannes Rauch. „Bei Pressekonferenzen klopft man den Pflegekräften auf die Schulter, wenn es wirklich um Verbesserungen geht, schlägt man ihnen ins Gesicht“, wettern die Gewerkschafter. Bereits jetzt gäbe es Möglichkeiten für die Schwerarbeiterpension in der Pflege, man setze sich weiter für Verbesserungen ein, heißt es lapidar vom Ministerium.








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