30.07.2022 06:00 |

„Krone“-Kommentar

Es gibt Jobs, aber keiner geht hin ...

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Vor wenigen Jahren zitterten die Experten vor ständig steigenden Arbeitslosenzahlen. Das sei eine Art politische Zeitbombe, irgendwann werde sich der Frust vor allem der Jungen darüber, nicht gebraucht zu werden, entladen.

Wie falsch war diese Prognose! Heute lautet der Befund: Stell dir vor, es gibt viele Jobs und keiner geht hin. Ein Phänomen, das alle ratlos macht. Die Betriebe suchen fast in allen Branchen verzweifelt Mitarbeiter, das Arbeitsmarktservice investiert riesige Beträge in Schulungen und spezielle Ausbildungen, aber die Situation bessert sich nicht. Hotels müssen zum Teil in der Hochsaison sperren, weil das Personal fehlt, immer mehr Gastronomiebetriebe legen zusätzliche „Ruhetage“ ein, weil die nötigen Mitarbeiter nicht gefunden werden können, der einzige Bäckereibetrieb in der touristisch geprägten Ortschaft schließt, die Tafel an der Eingangstüre verrät es: „Wegen fehlender Mitarbeiter derzeit gesperrt.“ So geht es derzeit landauf und landab: Krankenhäuser müssen Abteilungen schließen, selbst Behörden klagen über Personalmangel, der Post mangelt es an Zustellern, der ÖBB an Verschubarbeitern, diese Liste ließe sich noch lange fortsetzen.

Viele fragen sich: Was ist da los in unserer Gesellschaft? Ist das soziale Fangnetz zu angenehm, sodass sich die Einzelnen gar nicht mehr besonders bemühen? Oder haben Jüngere gelernt, weiter in der Villa Mama zu wohnen und mit weniger Geld auszukommen, dafür die Freizeit umso mehr zu genießen? Work-Life-Balance statt Karriere und besserem Verdienst? Auf Arbeitsminister Kocher wartet viel Arbeit ...

Georg Wailand
Georg Wailand
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