Tumult, Ausschreitung, Attentat auf Politiker! Das Bundesheer probte in der Obersteiermark für den Ernstfall. Die Bewohner von Eisenerz durften ein Spektakel in den engen Gassen ihrer Stadt genießen.
Hubschrauber kreisen über Eisenerz, bewaffnete Soldaten bahnen sich ihren Weg durch die engen Gassen des Stadtzentrums, und plötzlich ist sogar der ohrenbetäubende Krach eines Eurofighters zu vernehmen. „Das ist wie ein Sturm auf Eisenerz“, bemerkt eine ältere Dame, die dem Schauspiel am Straßenrand beiwohnt.
Bereits seit 11. Juli gastiert das Bundesheer mit der „Ausbildungsübung Eisenerz 2022“ in der Region. Organisiert von der Theresianischen Militärakademie (MilAk) als Bewährungsprobe für rund 200 Offiziersanwärter, genutzt als große Übung des Zusammenspiels diverser Verbände.
1100 Soldaten im Einsatz
Von der Militärpolizei über Milizionäre bis hin zum Jägerbataillon 18 aus St. Michael standen insgesamt rund 1100 Soldaten in der Region im Einsatz. „Wir haben viele Jahre nur auf Truppenübungsplätzen trainiert, jetzt dürfen wir endlich auch einmal in die Öffentlichkeit“, erklärt Oberst Thomas Lampersberger von der MilAk.
Eisenerz bot dazu beste Voraussetzungen: vom Gelände des Erzbergs bis hin zu leerstehenden Gebäuden, in denen der Häuserkampf simuliert werden konnte. Die Übung am Mittwoch stellte den Höhepunkt dar - auch für die Bevölkerung der Stadt.
Ausschreitungen in Eisenerz
Das Bundesheer simulierte dabei das Geleit für eine Demonstration - inklusive Zusammenstößen mit Gegendemonstranten, Verletzten, Verhaftungen und als „Krönung“ ein Attentat auf einen fiktiven Politiker bei einer Kundgebung auf dem Bergmannsplatz.
Die Anspannung stand so manchem Soldaten ins Gesicht geschrieben, zwischendurch konnte man glauben, man würde sich tatsächlich mitten in einem öffentlichen Tumult befinden. Dabei wurde jede Aktion der Offiziersanwärter von unzähligen „Schiedsrichtern“ bewertet - leicht zu erkennen an den roten Armbinden.
Erfolgreiches Manöver
Am Freitag ziehen die Truppen nach zwölf Tagen wieder ab. Man hat beinahe den Eindruck, dass einige der Bewohner „ihre“ Soldaten vermissen werden. „Die dürfen gerne wieder kommen“, meint einer der Zuschauer am Mittwoch nach Ende des Manövers.
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