28.07.2011 14:11 |

Nur ein Verbündeter

Mladic hat es sich mit Mithäftlingen verscherzt

Ratko Mladic, der ehemalige Militärchef der bosnischen Serben, versteht es offenbar, sich Feinde zu machen. Nach nur zwei Monaten im Gefängnis des UNO-Tribunals für Kriegsverbrechen hat er es sich mit fast allen anderen Insassen verscherzt. Der mutmaßliche Kriegsverbrecher sei "sehr anstrengend" im Zusammenleben, berichtete die Tageszeitung "Press" unter Berufung auf den Anwalt eines der Mithäftlinge in Scheveningen.

Dem Blatt zufolge ist der ehemalige jugoslawische Generalstabschef Dragoljub Ojdanic praktisch der einzige Haftinsasse, auf den sich Mladic im Gefängnis stützen kann. Serbische Medien hatten in den vergangenen Jahren wiederholt über gute wechselseitige Kontakte früherer Kriegsfeinde im Tribunalsgefängnis in Scheveningen und über ihre gemeinsamen Feste berichtet, doch Mladic wollte diese ungeschriebene Gefängnisregel offenbar nicht einhalten.

Beinahe-Schlägerei mit Kroaten
"Press" zufolge geriet Mladic schon kurz nach der Einlieferung in Konfrontation mit drei einstigen kroatischen Generälen. Nur dank des Eingreifens von Gefängniswächtern seien Handgreiflichkeiten zwischen den Männern verhindert worden, so das Blatt.

Wegen der Nichteinhaltung der Gefängnisregeln sei Mladic kürzlich auch aus seiner ursprünglichen Gefängniszelle in einen anderen Gefängnistrakt versetzt worden, berichtete die "Press" am Donnerstag.

Mladic wegen Kriegsverbrechen angeklagt
Mladic ist vor dem UNO-Tribunal wegen des Völkermords in Srebrenica und der dreieinhalb Jahre dauernde Belagerung von Sarajevo sowie wegen anderer Kriegsverbrechen während des Bosnien-Kriegs (1992 bis 1995) angeklagt.

Bei seinen bisherigen zwei Auftritten vor dem Haager Gericht hatte Mladic sich geweigert, zur Anklage Stellung zu nehmen. Den Regeln des Tribunals nach entspricht die Aussageverweigerung von Mladic einem Plädoyer auf "nicht schuldig".

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