27.07.2011 17:47 |

Bomben auf Villa

Gadafi-Tochter blitzt mit Klage gegen NATO ab

Aisha al-Gadafi, Tochter des libyschen Machthabers Muammar al-Gadafi, ist in Belgien mit dem Versuch einer Klage gegen die NATO gescheitert. Die Staatsanwaltschaft lehnte Ermittlungen "wegen Unzuständigkeit" ab, sagte eine Sprecherin der Behörde am Mittwoch.

Aisha al-Gadafi hatte die Klage Anfang Juni eingereicht, nachdem NATO-Flugzeuge ein Gebäude des Clans bombardiert hatten. Bei dem Angriff waren ihre Tochter, ihr Bruder Saif al-Arab und zwei ihrer Neffen ums Leben gekommen. Aisha al-Gadafi warf den Verantwortlichen der NATO daraufhin Mord und Kriegsverbrechen vor.

Die belgische Staatsanwaltschaft erklärte sich jetzt für nicht zuständig. Es gebe im Gegensatz zur Auffassung der Klägerin keine erkennbare räumliche Verbindung zwischen dem Königreich Belgien sowie Opfern oder Tätern, sagte die Sprecherin. Soweit sich die Klage de facto gegen die NATO und ihr Hauptquartier in Brüssel richte, seien deren Verantwortliche durch diplomatische Immunität geschützt.

Der NATO-Angriff auf das zum Gadafi-Besitz gezählte Haus hatte in der Nacht zum 1. Mai stattgefunden. Im libyschen Fernsehen waren wenig später Bilder von dem weitestgehend zerstörten Gebäude zu sehen (siehe Video in der Infobox). Auch der Diktator und seine Frau hatten sich in der Villa aufgehalten, waren aber unverletzt geblieben.

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