Richtige Priorität?

Linzer Grünen-Chefin will 80.000 € für Fledermäuse

Während viele Linzer, etwa wegen steigender Heizkosten, jeden Cent zweimal umdrehen müssen, will Grünen-Chefin Eva Schobesberger in der kommenden Gemeinderatssitzung am 24. Mai einen fünfstelligen Betrag für die Fledermausforschung in Linz ausgeben.

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Sie sind faszinierende Tierchen, fliegen mit den Händen und „sehen“ mit den Ohren. Und obwohl Fledermäuse seit Beginn der Corona-Pandemie als Virenschleudern gelten, soll sich die Arbeit mit ihnen auch als ungefährlich darstellen. Die kleinsten heimischen Arten sind ausgewachsen nicht länger als fünf Zentimeter, die größten erreichen durchaus eine Flügelspannweite von bis zu einem halben Meter.

Projekt soll Auswirkungen des Klimawandels zeigen
Um mehr über die bedrohten Säugetiere zu erfahren, die nicht nur unter Naturschutz stehen, sondern auch als eifrige Insektenfresser bekannt sind, soll nun auch in Linz künftig die Fledermausforschung intensiviert werden. So hofft Umwelt-Stadträtin Eva Schobesberger, dass in der kommenden Gemeinderatssitzung eine von ihr initiierte Subvention an den Verein der Koordinierungsstelle für Fledermausschutz und -forschung gewährt wird. Es soll damit ein Projekt unterstützt werden, das sich mit den Auswirkungen der Klimaerwärmung auf die Fledermausfauna der Stadt im Hinblick auf die Veränderungen im Arteninventar, die relativen Häufigkeiten und ihre Ökosystemleistung beschäftigt.

79.155 „Mäuse“ für die nützlichen Insektenfresser
Ein Stadtsenatsantrag, der wohl auch die nötige Mehrheit erhält, allerdings will so mancher Rathaus-Insider wissen, dass die eine oder andere Fraktion das Begehr gerade in aktuellen Zeiten unpassend findet. Denn die Grünen-Chefin fordert nicht weniger als 79.155 „Mäuse“ für die nützlichen Insektenfresser ein. 52.770 € in diesem Jahr, 26.385 € im Jahr darauf. Freigegeben werden sollen die Mittel aus dem mit einer Million Euro prall gefüllten städtischen Klimafonds. Für einige ihrer Kollegen ist das zu viel – gerade jetzt, wo viele Linzer aufgrund der steigenden Kosten sich weniger leisten können und jeden Cent zweimal umdrehen müssen. Um den städtischen Klimafonds können die Kollegen Klimareferentin Eva Schobesberger nur beneiden. Denn völlig unabhängig vom Fledermaus-Antrag meinte zuletzt etwa Stadtvize Martin Hajart (ÖVP) im Gespräch mit der „Krone“: „Ich würde gerne eine ordentliche Radfahrstrategie initiieren, aber ich habe leider die 50.000 Euro dafür nicht.“

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