14.04.2022 08:07 |

300.000 Tonnen im Jahr

EU-Plastiksteuer kostete Österreich 220 Mio. Euro

Die seit 1. Jänner 2021 in Kraft getretene Plastiksteuer der EU hat laut einer Greenpeace-Berechnung Österreich - und damit dem Steuerzahler - 220 Millionen Euro gekostet. Seither hebt die EU auf jedes Kilogramm nicht recycelten Plastikverpackungsmüll 80 Cent ein.

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„Die Plastiksteuer trifft in Österreich genau die Falschen“, kritisiert der Sprecher der NGO, Sebastian Theissing-Matei, die Regierung. Es sollten „die für die Plastikflut verantwortlichen Konzerne“ zahlen. Auch in Deutschland hatte die neue Koalition beispielsweise entschieden, die Plastiksteuer von Herstellern und Händlern zahlen zu lassen.

Jährlich 300.000 Tonnen Verpackungsmüll
In Österreich fallen jährlich rund 300.000 Tonnen an Plastikverpackungsmüll an, über 200.000 Tonnen davon werden nicht recycelt, rechnete die NGO vor. Offiziell wurde im Jahr 2019 30,8 Prozent des Mülls recycelt. Jedoch ist laut der Altstoff Recycling Austria (ARA) die Quote in der Praxis noch niedriger. Im EU-Vergleich liegt Österreich damit auf dem viertletzten Platz. Der EU-Durchschnitt liegt bei 41 Prozent.

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Die Plastiksteuer trifft in Österreich genau die Falschen.

Sebastian Theissing-Matei, Sprecher der NGO

Für das Geld, das bisher von der EU in Österreich als Plastiksteuer eingenommen wurde, hätten hierzulande etwa zehn Mehrweganlagen mit einer Kapazität von 60 Millionen Flaschen jährlich errichtet werden können, so Greenpeace. Die Umweltschutzorganisation fordert vom österreichischen Finanzminister Magnus Brunner (ÖVP), nicht nur, die Plastikproduzenten bezahlen zu lassen, sondern auch, dass Hersteller und Händler so rasch als möglich auf Mehrwegverpackungen umsteigen.

Ausbau eines Mehrweg-Systems
Greenpeace wies im Zuge der Forderung nach einem raschen Ausbau von österreichweiten Mehrweg-Systemen insbesondere auf Poolflaschen hin, also einheitliche Flaschen, die von mehreren Herstellern verwendet werden, wie die 0,5-Liter-Bierflasche. Poolflaschen erleichtern sowohl die Sortierung, ermöglichen schnellere und öftere Befüllung und auch die Transportstrecken ließen sich mit diesen optimieren.

Abfallwirtschaftsgesetz ab 2025
Das neue Abfallwirtschaftsgesetz der österreichischen Regierung aus dem Vorjahr sieht vor, dass erst ab 2025 ein Pfand auf Einweggetränkeverpackungen fällig wird, das die Kunden wieder zurückbekommen, sobald sie die Verpackung wieder zurück in das Geschäft bringen.

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