29.03.2022 21:58 |

Sohn liegt im Koma

Familie in Montreux sprang nacheinander von Balkon

Nach dem Drama von Montreux mit vier Toten und einem Verletzten gehen die Ermittler und die Staatsanwaltschaft von einem kollektiven Suizid aus - Eine Fremdeinwirkung wird ausgeschlossen. Die fünf Mitglieder einer Familie sprangen nacheinander in einem Zeitraum von fünf Minuten aus der Wohnung in die Tiefe. Vier Menschen waren sofort tot, der 15 Jahre alte Sohn befindet sich nach wie vor im Krankenhaus und liegt im Koma.

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Es habe keinerlei Vorzeichen für eine solche Tat gegeben, teilte die Kantonspolizei Waadt am Dienstag nach fünftägigen Ermittlungen mit. Diese hätten gezeigt, dass die Familie seit Beginn der Pandemie sehr an Verschwörungsmythen und Survival-Thesen interessiert gewesen sei. „Aber es gibt keine Spur, die uns zu einem sektenhaften Milieu führt“, sagte Polizeisprecher Jean-Christophe Sauterel.

Große Vorräte angelegt
Die Familie verfügte laut Polizeiangaben über einen beeindruckenden Vorrat an Lebensmitteln aller Art, der sehr gut organisiert gewesen war. Der Vorrat nahm mehrere Räume der Wohnung ein und hätte es der Familie ermöglichen sollen, eine große Krise zu bewältigen.

Laut Mitteilung der Polizei lebte die Familie - alle hatten die französische Staatsbürgerschaft - zurückgezogen von der Gesellschaft und hatte wahrscheinlich Angst, dass sich die Behörden in ihre Leben einmischte. Weil der Sohn mutmaßlich unerlaubterweise zu Hause unterrichtet wurde, klingelten vergangenen Donnerstag Polizisten an der Wohnungstür, um eine Vorladung für den Vater zu vollstrecken. Das Auftauchen der Beamten dürfte dann letztendlich der Auslöser für die kollektive Selbsttötung gewesen sein.

Wenn Sie oder eine Ihnen nahestehende Person von Suizid-Gedanken betroffen sind, wenden Sie sich bitte an die Telefon-Seelsorge unter der Telefonnummer 142. Weitere Krisentelefone und Notrufnummern finden Sie HIER.

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