26.03.2022 05:55 |

Thema des Tages

Energie und Engpässe lassen die Wirtschaft bangen

Viele heimische Bauunternehmen sind am Rande der Verzweiflung. Zwar gibt es volle Auftragsbücher, doch oft fehlt das Material. Zum Teil sind Lieferengpässe und horrende Energiepreise in der Produktion Schuld daran.

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Es scheint eine Zwickmühle zu sein, aus der viele Betriebe im Baugewerbe derzeit keinen rechten Ausweg finden. „Die Auslastung ist noch gegeben. Aber eine solche Situation wie wir sie derzeit vorfinden, habe ich bislang noch nicht erlebt“, schildert Robert Rauter, Baumeister und Innungsmeister des Baugewerbes der Kärntner Wirtschaftskammer.

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Aktuell ist die Preisentwicklung im Bereich der Energie sehr schwer abzuschätzen; es gleicht Kaffeesudlesen.

Michaela Hebein, Wietersdorfer-Gruppe

Lieferengpässe werden zum Problem
Durch die Ukraine-Krise sind nicht nur die Preise für Stahl, Zement oder Ziegel enorm gestiegen – auf dem Markt kommt es auch zu Lieferengpässen. Rauter: „Bisher haben wir Bewehrungsstahl wenige Tage vorher bestellt, nun braucht es drei bis vier Wochen und teilweise kann uns vorab kein Preis genannt werden.“ Einige Unternehmen würden im Moment nicht wissen, wie sie die Aufträge der nächsten Monate abwickeln sollen, wenn es keinen Nachschub gibt. „Die Politik muss tätig werden, damit wir weiter arbeiten können. Sonst drohen Entlassungen“, meint Rauter.

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Die Politik muss tätig werden, damit wir weiter arbeiten können. Sonst drohen Entlassungen!

Robert Rauter

Viel zu wenig Ware
„Wir bekommen derzeit zu wenig Ware“, bestätigt Jürgen Wegscheider, Geschäftsführer von Ferrochema in Spittal an der Drau. Das Handelsunternehmen liefert Eisen- und Stahl an das Baugewerbe. „Der Preisanstieg nach der Pandemie war durch die Nachfrage erklärbar“, so Wegscheider, der nicht nur den Krieg in der Ukraine als einzige Ursache ausmachen will.

Produzenten leiden unter Energiepreisen
Für die Produktion von Gütern wie Stahl und Beton wird jede Menge an Energie benötigt. Das bringt auch die Produktionsseite in Bedrängnis. „Aktuell ist die Preisentwicklung im Bereich der Energie sehr schwer abzuschätzen“, schildert Michaela Hebein, Pressesprecherin der Wietersdorfer-Gruppe, die Großbaustellen mit Beton beliefert. Halten die hohen Energiepreise an, dann müsse man das in Zukunft an die Kunden weitergeben.

Nicht nur in der Baubranche herrscht Mangel
Auch in der Industrie leiden die Unternehmen unter Engpässen und horrenden Energiekosten. Es fehlen etwa Stahlrohlinge für die Produktion und Kabelbäume für die Automobilbranche.

Wann es zu einer Entspannung der wirtschaftlichen Lage kommt, will niemand raten. Fest steht aber, dass die Lieferengpässe und die Energiekosten sich auf den ganzen Wirtschaftsmotor auswirken und die Preise zusätzlich in die Höhe treiben.

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