Russen-Boykott Aktuell sieht es nicht so aus, als ob Europa einen offiziellen Boykott von Öl und Gas aus Russland ausruft. Dabei muss man unterscheiden: Erdöl gibt es genug auf Welt. Es ist jetzt de facto schon so, dass Händler aus Russland kaum etwas kaufen. Daher liegt der Preis für Öl aus dem Ural um 30 Dollar unter jenem der Sorte Brent. Trotzdem lehnen es viele aus politischen Gründen ab, dort zuzugreifen. Anders ist es bei Gas, dass eben nicht unbegrenzt am Weltmarkt verfügbar ist.
Wo Gas billig ist Die Amerikaner zahlen im Inland nur ein Fünftel von dem Preis, den eine Megawattstunde in Europa kostet. Das vielzitierte Flüssiggas ist bei uns deswegen so teuer, weil es für den Transport erst verflüssigt wird, per Schiff übers Meer kommt und dann wieder in eine Pipeline eingespeist wird. Österreich hat keinen Anschluss an diese Pipelines, wir beziehen das Russengas aus zwei Leitungen über die Ukraine und über die Nord Stream 1 aus Nordosten. Daher ist die Abhängigkeit so groß.
Industrie zittert Ein Ausfall der Gazprom-Lieferungen würde zu einem Super-GAU in der heimischen Industrie führen. Von den Papier- und Kunststofferzeugern bis hin zur voestalpine müssten Produktionen abgeschalten werden, viele Gaskraftwerke würden nicht mehr laufen. Das Wifo schätzt, dass Österreich in eine Rezession rutschen würde, ohne Gas wäre das BIP um 2-4 Prozentpunkte niedriger. Ein Szenario, dass sich niemand wünscht.














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