Prozess in Wien

Regenbogen-Parade: Rechte Störaktion vor Gericht

Sie sind propere – um nicht zu sagen stramme – junge Männer: Der typische Haarschnitt gemahnt an dunkle Zeiten, die Sprache leicht nasal, aber forsch. Die Meinung ebenso: „Ein Mann bleibt ein Mann, eine Frau eine Frau, und eure Propaganda bleibt Abfall“, steht u. a. auf den Flugblättern, die sie vom Rathaus regnen ließen, welches sie übrigens widerrechtlich über ein Baugerüst erklommen haben. 

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Bis die Security die drei Vermummten abfing, schafften sie es, hunderte ihrer Pamphlete auf die Teilnehmer der Regenbogen-Parade regnen zu lassen. Der Inhalt entspricht Verhetzung, deshalb saßen sie auch vor Richterin Daniela Zwangsleitner im Wiener Landesgericht. Und sie bekam erstaunliches von den Jungen mit der alten Geisteshaltung zu hören.

„Sie haben lieber Militärparaden, gell?“
Man(n) findet es z.b. „nicht gut, dass Steuergeld für so etwas eingesetzt wird. Männer und Frauen sollten stolz sein können auf ihre Rollen und sie auch wahrnehmen können. Das klassische Familienbild wird immer kleiner, die Sexualität ’verquer’. Allein die Beflaggung der Straßenbahnen in Wien für einen ganzen Monat ist ein Dorn im Auge.“ Die Richterin, sanft: „Sie haben lieber Militärparaden, gell?“ – „Natürlich! In Zeiten wie diesen, wo das Militär ausgehungert wird, statt dass man stolz darauf ist.“ Vertagt für Zeugen, die ausfielen.

Gabriela Gödel
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