16.03.2022 08:00 |

Krieg als Preistreiber

Vorarlberger Mühlen kämpfen mit Weizenpreis

Obwohl Vorarlbergs größte Mühle in Feldkirch Weizen nur aus Österreich und Deutschland bezieht, merkt das Unternehmen die Folgen des Ukrainekriegs deutlich. Preise für Weizen sind explosionsartig gestiegen. Geschäftsführer Franz Rhomberg befürchtet aber, dass das Ende der Fahnenstange noch nicht erreicht ist.

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Seit dem Ausbruch des Kriegs in der Ukraine warnen Experten vor massiv ansteigenden Kosten für Lebensmittel, auch für Getreide. Und die internationale Preisentwicklung scheint ihnen recht zu geben. So kostete eine Tonne Weizen Mitte Februar noch rund 265 Euro. Mit Kriegsausbruch am 24. Februar schnellte der Preis extrem stark in die Höhe und erreichte in den Folgetagen sogar einen Wert von 422 Euro. Am Dienstag hätte man für eine Tonne 378 Euro hinblättern müssen.

Schlechte Ernten und Druck auf Böden
Allerdings: Für Weizen musste man schon seit dem vergangenen Herbst deutlich mehr zahlen. Den Grund dafür sieht der Geschäftsführer der „Vorarlberger Mühlen“, Franz Rhomberg, in „Ernten, die nicht so gut gelaufen sind wie erwartet. Mal ist es zu trocken, woanders ist es zu nass. Der Klimawandel lässt grüßen“, analysiert er. Zudem würde die Weltbevölkerung stetig wachsen. „Das erzeugt noch mehr Druck auf Grund und Boden. So bleibt der Landwirtschaft noch weniger Fläche.“

Weizenanbau im Kriegsgebiet?
Der russische Angriff hat die Situation am Weltmarkt vollends eskalieren lassen. „Die Ukraine exportiert jährlich 20 Millionen Tonnen Weizen. Sechs Tonnen sind noch im Land, doch wie soll das nun überhaupt außer Landes geschafft werden?“ fragt sich Rhomberg. „Und fraglich ist auch, ob unter diesen Umständen die Felder dieses Jahr überhaupt bestellt werden können“, gibt er zu bedenken.

Zahlen müssen alle
Zwar bezieht Rhomberg Weizen nur aus Österreich und Deutschland, den Preis zahlen aber alle, nicht nur jene, die aus Russland und der Ukraine Getreide kaufen. „Noch müssen wir etwas abwarten, aber eines ist klar: Einfach schlucken können wir den Preisanstieg nicht.“ 

 Vorarlberg-Krone
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