Hilfstransport geplant

Linz hält seinen Partnerstädten weiter die Treue

Oberösterreich
14.03.2022 19:00
Durch den Krieg in der Ukraine erlebt auch die Städtepartnerschaft zwischen Linz und Saporischschja eine Belebung, die man sich unter anderen Vorzeichen gewünscht hätte. In der neuen Woche soll ein Linzer Hilfstransport für die ukrainische Partnerstadt auf den Weg geschickt werden. Aber auch der russischen Millionenstadt Nishnij Nowgorod will man von Linzer Seite weiter die Treue halten.

„Wir haben unsere Kollegen in Saporischschja sofort nach Ausbruch des Krieges in der Ukraine angeschrieben und sie haben uns nach zwei Tagen auch eine Liste mit dringend benötigten Hilfsmitteln geschickt. Es geht vor allem um Hygieneartikel und Medikamente“, sagt Gemeinderat Zeljko Malesevic (FPÖ). Die Stadt Linz hat auf das Hilfsersuchen rasch reagiert: „Wir sammeln derzeit Geldspenden bei den Mitarbeitern der Unternehmensgruppe der Stadt Linz. Der Betrag, der dabei zusammen kommt, wird von der Stadt verdoppelt. Mit dem Geld werden Hilfsgüter gekauft. Von einigen Linzer Firmen gibt es auch schon Sachspenden, etwa Medikamente.“ Ende der Woche soll ein Hilfstransport an die ungarische Grenze geschickt werden, von wo die Spenden in die Ukraine weitergeleitet werden.

Neubelebung anders vorgestellt
So hatte man sich die Neubelebung der Städtepartnerschaft, die im nächsten Jahr ihr 40-Jahre-Jubiläum feiert, nicht vorgestellt. GR Malesevic: „In den letzten Jahren hat sich bei den Städtepartnerschaften nicht viel getan. Das wollten wir ändern. Für April wurden wir daher zu einer Umweltkonferenz eingeladen.“ Die aktuelle Weltpolitik machte den Städten einen Strich durch die Rechnung. Saporischschja, das 650 Kilometer südlich von Kiew liegt, geriet durch das gleichnamige Atomkraftwerk, das leistungsstärkste in Europa, in die Kriegsschlagzeilen. Derzeit herrscht bei dem von russischen Truppen besetzten Kraftwerk Unklarheit, wer für Betrieb und Sicherheit verantwortlich ist.

20 Partnerstädte
Unter den 20 Partnerstädten von Linz, die rund um den Globus angesiedelt sind, ist auch die drittgrößte Stadt Russlands, Nishnij Nowgorod. Ist daran gedacht, diese Partnerschaft aufzukündigen? Zeljko Malesevic: „Nein. Es ändert ja nichts am Krieg, wenn wir die Partnerschaft aufkündigen.“

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