TW-Chefin Karin Seiler

„Es geht darum, über die Täler hinauszudenken“

Tirol
10.03.2022 13:00

Die Tirol Werbung hat eine neue Geschäftsführerin. Karin Seiler, zuletzt bei Innsbruck Tourismus, setzte sich unter 30 Bewerbern durch. Mit der „Krone“ sprach sie über ihre Visionen, den Weg aus der Krise und neue Formen der Zusammenarbeit von Tourismusverbänden.

„Krone“: Am 1. Mai treten Sie Ihren Job in der Tirol Werbung an. Viel Zeit zum Einarbeiten bleibt nicht. Die Branche steckt noch in der Krise. Wo werden Sie ansetzen?
Karin Seiler: Es stimmt: viel Zeit bleibt nicht. Zum Glück kenne ich die Tirol Werbung und viele ihrer Mitarbeiter von meiner früheren Tätigkeit im Haus. Auch mit den Tourismusverbänden bin ich seit Jahren vernetzt. Das kommt mir in der jetzigen Situation sehr zugute. Ich denke, das war auch ein wichtiges Kriterium bei der Auswahl.

Sie werden also gleich in die Vollen gehen?
Ja, auch wenn einige Entscheidungen für heuer längst getroffen sind. Vor allem die Marketingstrategie für den Frühling und Sommer.

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Die Menschen sehnen sich nach Naturerlebnissen in sicherem Ambiente. Das kann Tirol in hohem Maße bieten.

Karin Seiler

Was ist da für die Branche zu erwarten? Wird es ein Sommer wie damals?
Tourismusforscher sprechen den Alpen generell große Chancen auf dem Reisemarkt zu. Die Menschen sehnen sich nach Naturerlebnissen in sicherem Ambiente. Das kann Tirol in hohem Maße bieten. Urlaub in der Nähe ist seit Ausbruch der Pandemie im Aufwind. Wir haben unsere wichtigsten Märkte vor der Tür. Auch das spricht für ein Erstarken der Branche. Ich gehe davon aus, dass wir zumindest nächstes Jahr schon wieder viel Normalität erwarten können. Ausnahme ist der Städtetourismus, dessen Durststrecke laut Experten wohl bis 2024/25 andauern dürfte. Hier sehe ich auch die Tirol Werbung gefordert, Akzente zu setzen.

Sie sprechen vom Trend zu Urlaub in der Nähe. Innsbruck im Speziellen, aber auch viele andere Regionen Tirols haben über die Jahre ein sehr internationales Publikum erreicht. Ist dieses wieder verloren?
Nein – aber es stimmt schon, dass momentan eine Konzentration auf bestimmte Kernmärkte angeraten ist – auch in der Tirol Werbung. Als Beispiel dienen etwa die USA. Kollegen berichten, dass die Buchungen wegbrechen, weil der Krieg in Europa die Amerikaner abschreckt. Wir müssen uns fragen, ob es Sinn macht, auf 13 Märkten Marketingaktivitäten zu setzen.

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Gemeinsame Ideen und Projekte der 34 Tourismusverbände sind jetzt gefragt.

Karin Seiler

Eine weitere wichtige Frage lautet: Wie kann Tirol den Tourismus nachhaltiger gestalten? Der Wille ist im neuen „Tiroler Weg“ bekundet. Der Weg noch nicht klar.
Es wird nicht reichen, Nachhaltigkeitsbeauftragte zu installieren. Gemeinsame Ideen und Projekte der 34 Tourismusverbände sind jetzt gefragt. Übers Tal hinausdenken, zum Beispiel bei Öffi-Tickets oder Sommerkarten – koordiniert von der Tirol Werbung.

Die Tirol Werbung ist mittlerweile in die Lebensraum Tirol Holding eingegliedert. Schrumpft damit Ihr Spielraum?
Ich gehe mit der Erwartungshaltung in den Job, dass mein Gestaltungsspielraum mit eigenem Budget und eigenem Team wie bisher erhalten bleibt. Das habe ich abgeklärt, das wurde mir auch so versichert.

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