Traurige Realität

Oberösterreich ist punkto Atomgefahr ohne Schutz

Die AKW-Vorfälle im Ukraine-Krieg bereiten Sorge. Sind wir Oberösterreicher auf einen atomaren Ernstfall vorbereitet?

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Unser bester Schutz ist die doch erhebliche Entfernung des angegriffenen Kraftwerks. Zaporischschja ist doch 1300 Kilometer weit weg. Die Auswirkungen eines atomaren Ernstfalls würden durch diese Entfernung sehr abgemildert, selbst bei meteorologischen Bedingungen wie 1986 in Tschernobyl“, sagt Gerald Riedl vom übergeordneten Katastrophenschutz des Landes OÖ.

Wo die ukrainischen Kraftwerke genau sind, zeigt unsere Grafik unten.

Schock am Morgen
Der irrsinnige Angriff der Russen auf das größte Atomkraftwerk Europas in der Ukraine hatte Donnerstagfrüh vielen Oberösterreichern einen Schock versetzt. Gerade den Älteren ist immer noch präsent, wie nach dem Super-GAU in Tschernobyl die Kinder nicht mehr draußen spielen durften, weil befürchtet wurde, das alles verstrahlt sein könnte. Bis heute wird vom Verzehr von Maronenröhrlingen und Wildschwein eher abgeraten.

Doch wie sieht es in Oberösterreich mit Schutzräumen aus?
Gar nicht gut, denn der Einbau ist nicht mehr verpflichtend vorgeschrieben. Wer jemals in einer Genossenschaftswohnung gelebt hat, weiß, dass bestehende Schutzräume gerne von den Mietern als zusätzliche Keller genutzt werden und von Altreifen bis zu Gartenmöbeln alles an Gerümpel beherbergen, was man sich nur vorstellen kann. Vom Fitnessraum oder der Sauna in privaten Haushalten ganz zu schweigen. Überdies haben laut Schätzungen nur drei bis fünf Prozent der oö. Bevölkerung einen funktionierenden Schutzraum – das bestätigt auch unsere Umfrage.

Doch was tun, wenn’s tatsächlich brenzlig wird?
Beim Land OÖ verweist man quasi auf den Amtsweg, sprich, dass rechtlich für radiologische Gefahren ohnehin das Bundesministerium für Klimaschutz zuständig sei. Aber zumindest die alten Räumlichkeiten des Landes-Krisenstabs im Linzer Landhaus, die derzeit ohnehin adaptiert würden, werde man auch in Hinblick auf die Strahlengefahr umrüsten, so Gerald Riedl: „Wir denken da beispielsweise an Filter in den Lüftungssystemen.“

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