03.03.2022 06:00 |

„Krone“-Kommentar

Eine Milliarde für deutsche Sparer

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Putins Überfall auf die Ukraine hat dramatische Folgen für viele Menschen, die unschuldig in Lebensgefahr geraten sind. Daneben führt dieser Krieg auch in wirtschaftlicher Hinsicht zu katastrophalen Folgen, oft bleibt kein Stein auf dem anderen.

Was wir bisher sehen, ist aber erst der Anfang einer langen Kette von Katastrophen: Ersatzteile werden nicht mehr geliefert, Lieferketten funktionieren nicht mehr, Energie wird knapp, Medikamente ebenso.

Doch es gibt in diesem Umfeld auch geradezu groteske Auswirkungen: Als Folge der Pleite der in Wien ansässigen russischen „Sberbank Europe“ (deren „Mutter“ ist mehrheitlich in russischem Staatsbesitz) zittern die Sparer, die dort ihre Gelder veranlagt haben.

Ja, das ist halt so, werden manche vielleicht jetzt denken. Na und? Na ja, das ist schon ein besonderer Fall: Denn von der runden Milliarde, die 35.000 Kunden dort liegen haben, sind 913 Millionen von der österreichischen Einlagensicherung (bis 100.000 Euro) abgedeckt. Wunderbar? Ziemlich großzügig von uns, denn der Löwenanteil dieser Einlagensicherung kommt deutschen Anlegern zugute. Wie das? Weil Putins „Sberbank Europe“ mit Sitz in Wien in Deutschland als Online-Bank aktiv war und Spareinlagen höher verzinst hat als andere Anbieter.

Deshalb dürfen österreichische Banken jetzt eine Milliarde Euro deutschen Sparern ersetzen. Da tut sich wohl eine Lücke in diesem famosen Gesetz auf!

Georg Wailand
Georg Wailand
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