Hilfe mit Hörimplantat

„Unsere kleine Maja hört so gerne Kinderlieder“

Als die kleine Maja zur Welt kam, war es still. Sie war auf beiden Ohren fast völlig taub. Hörgeräte halfen nichts. Nun bekam sie im Linzer Kepler Uniklinikum ein Hörimplantat: „Der gesamte kleine Mensch hat sich verändert, sie ist aufgeweckt und quietschvergnügt!“, sagt Primar Paul Zwittag.

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Maja wird bald drei Jahre alt. Der Knirps aus Kirchdorf/Krems kam mit einer „hochgradigen Innenohrschwerhörigkeit“ zur Welt und wurde zuerst in einem Spital in einem anderen Bundesland behandelt. Man probierte Hörgeräte aus, aber Maja blieb taub.

„Sie war apathisch“
„Sie reagierte in dieser Zeit auf wenig, war eher apathisch“, berichten die Eltern Zerina und Patrick Beganovic, die weitersuchten, ob es nicht doch einen Ausweg gab. Am Linzer Kepler Uniklinikum bekamen sie schließlich Hilfe. „Wir wurden hier auf die Möglichkeit eines Hörimplantats aufmerksam gemacht“, sagt der Papa. Und so wurde Maja in einer Operation beidseitig ein sogenanntes „Cochlea-Implantat“ eingesetzt.

Sinnesprothese
„Das ist eine Art Sinnesprothese“, erklärt der behandelnde Primar Paul Zwittag vom KUK. Das Implantat liegt unter der Haut hinter dem Ohr. Mit Magneten wird außen ein Mikrofon befestigt. „Es fängt die Schallwellen ein und wandelt sie in elektrische Impulse um, die zum Hörnerv gesendet werden“, schildert Zwittag den Vorgang. Beim Schlafen oder Haare waschen kann das Kind die Mikrofone hinter ihren Ohren abnehmen.

Schnell akzeptiert
„Maja hat das Implantat besonders schnell akzeptiert. Sie war lange stumm, doch vier Wochen nach der OP sagte sie bereits ,Mama’ und ,Papa’. Jetzt ist sie eifrig am Plappern“, sagt Zwittag. Maja lernt sprechen wie andere Kinder auch, und: „Sie hört so gerne Kinderlieder“, bestätigt die Mutter.

Kaum mehr Sorgen
Die Eltern machen sich nun kaum mehr Sorgen um die Zukunft: „Maja wird ein normales Leben führen und den Beruf erlernen, den sie möchte.“ Zwischen fünf und zehn Kinder pro Jahr erhalten solche Hörimplantate. „Das ist ab dem ersten Lebensjahr möglich“, sagt Zwittag. Das Kepler Uniklinikum ist übrigens bei Hörscreenings bundesweit führend: „Im Entdecken von tauben Kindern sind wir Weltmeister!“

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