Do, 19. Juli 2018

Seals mit Videohelm

13.05.2011 19:18

Bin-Laden-Einsatz soll von 25 Kameras gefilmt worden sein

Der Einsatzstab des US-Militärs und die politische Führung der USA im Weißen Haus wurden während der Kommandoaktion gegen Osama Bin Laden vor zwei Wochen in Echtzeit mit "Updates" und audiovisuellen Signalen versorgt. Letztere sollen die entscheidenden 25 Minuten allerdings aufgrund eines Leitungsausfalles nicht mitbekommen haben. Laut einem Bericht des US-Senders "CBS News" gibt es aber eine Möglichkeit zur Nachschau: Der Einsatz sei nämlich von den insgesamt 25 Helmkameras der Elitesoldaten aufgezeichnet worden.

Die US-Spezialeinheit, die Osama bin Laden tötete, habe alles mit Helmkameras gefilmt, berichtet CBS unter Berufung auf US-Regierungskreise. Die Aufnahmen geben ein minutiöses Bild vom Übergriff auf den Terroristenführer, das CBS per Computeranimation (Screenshot oben) auf seiner Website zeigt. Die Soldaten der Navy Seals hatten vor knapp zwei Wochen das Anwesen des Al-Kaida-Chefs im pakistanischen Abbottabad gestürmt.

CBS: Bin Laden bei Erstkontakt verfehlt
Bin Laden habe sich demnach dem 25 Mann starken Kommando zum ersten Mal gezeigt, als er im zweiten Stock des Gebäudes ins Stiegenhaus trat. Er habe eine Art Unterhemd und einen Überwurf getragen. Nachdem die Seals den Terrorchef mit ersten Schüssen verfehlt hätten, sei dieser zurück in sein Schlafzimmer geflüchtet. Der erste Soldat, der Bin Laden ins Zimmer gefolgt sei, habe zunächst die Kinder beiseitegeschoben.

Als der zweite Soldat dazugekommen sei, habe sich Bin Ladens Frau vor ihn gestellt oder sei von ihrem Mann dazu gezwungen worden. Der Soldat habe sie beiseite gestoßen und dem Al-Kaida-Chef in die Brust geschossen. Ein weiteres Mitglied der Einsatztruppe habe dem Terroristen dann in den Kopf geschossen.

Die Bilder belegen nach CBS-Informationen, dass es während des 40-minütigen Einsatzes auf dem Gelände lediglich einen Schusswechsel mit Bin Ladens Kurier im Gästehaus gab. Der Mann eröffnete das Feuer und wurde erschossen. Keiner der Bewohner des Haupthauses habe einen Schuss abgefeuert oder sei bewaffnet gewesen, obwohl Waffen vorhanden gewesen seien.

Schutz für Familien der Navy Seals wird verstärkt
Von dem Einsatz gegen Bin Laden sei mittlerweile mehr bekannt geworden, als der militärischen Führung der USA sowie der Regierung lieb sei, heißt es bei CBS. Die Navy Seals, die vor knapp zwei Wochen Terrorchef Osama Bin Laden überwältigt und getötet haben, fürchten bereits Racheakte. US-Verteidigungsminister Robert Gates erklärte am Freitag, das Pentagon sei dabei, den Schutz für die betroffenen Seals und ihre Familien zu verstärken.

Nach dem Angriff auf das Versteck Bin Ladens in der pakistanischen Stadt Abbottabad seien über die Operation mehr Informationen an die Öffentlichkeit gelangt, als ursprünglich zwischen Politik und Militär abgesprochen, sagte Gates. Er versicherte aber, dass die Identität der an der Operation beteiligten Einsatzkräfte geschützt bleibe. Gates äußerte sich auch besorgt mit Blick auf die Sicherheit von US-Soldaten, die in der pakistanischen Region stationiert sind.

Der pakistanische Geheimdienst hat diese Woche die Namen mehrerer in Pakistan operierender CIA-Agenten an dortige Medien gespielt. Von US-Kommentatoren hieß es daraufhin, Pakistan versuche mit dieser Taktik den Al-Kaida-Terroristen ausländische Ziele in seinem Land für Vergeltungsanschläge zu liefern. Am Freitag gab es im Westen Pakistan zwei Selbstmordschläge mit rund 80 Todesopfern, die radikalislamischen Taliban bekannten sich zu den Attentaten, mit denen man den "Märtyrer Osama" rächen wolle.

Obama hält Rede an muslimische Welt
Die Vereinigten Staaten setzen indes auf die Demokratiebewegung in der muslimischen Welt. US-Präsident Barack Obama wird am kommenden Donnerstag im Außenministerium eine Rede zu den Umwälzungen in der arabischen Welt, Nordafrika und dem Nahen Osten halten. Obamas stellvertretender Nationaler Sicherheitsberater, Ben Rhodes, hatte es kürzlich eine "interessante zeitliche Überschneidung" genannt, dass der Tod Bin Ladens mit dem politischen Wandel in der arabischen Welt zusammenfalle. In der Region entstehe ein gesellschaftliches Modell, das einen "vollkommenen Gegensatz" zur Ideologie Bin Ladens darstelle.

Obama hatte bereits im Juni 2009 in der ägyptischen Hauptstadt Kairo wenige Monate nach seinem Amtsantritt eine viel beachtete Rede an die muslimische Welt gehalten, in der er einen Neuanfang in den Beziehungen mit den USA angeboten hatte.

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