05.02.2022 16:55 |

„Kein Spaß mehr“

McDonald’s & Co.: Schnelle Kost kämpft mit Corona

Weniger Standorte, weniger Gäste, weniger Umsatz - die Anbieter von Fastfood erholen sich nur langsam von den Restriktionen durch Corona. Mit neuen Ideen und Filialen wollen viele nun durchstarten.

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Die Entwicklung ist eindeutig: 140 Imbiss-Standorte gibt es seit Ausbruch von Corona weniger. Vor allem klassische Würstelstände, No-Name-Pizza- und Döner-Buden waren von den Covid-Restriktionen betroffen. Aber auch Ketten wie Subway mussten sich verkleinern. 20 Filialen schloss die Brötchen-Manufaktur im Vorjahr. „Wer in der Krise nicht vom Take-away-Boom profitieren konnte, hatte es besonders schwer“, erläutert Andreas Kreutzer, der die Fast-Food-Branche seit Jahren analysiert.

Das zeigte sich auch bei den 200 Lokalen von Platzhirsch McDonald’s. „Restaurants mit McDrive-Angebot haben die Krise besser bewältigen können. Standorte, denen Pendler und Touristen fehlen, haben starke Verluste erlitten“, weiß McDonald’s-Österreich-Chef Nikolaus Piza. Rund um Shopping-Hotspots läuft es jetzt besonders gut. Der Lieferservice McDelivery, der schon vor der Krise in allen Bundesländern ausgebaut wurde, hilft – der Anteil am Gesamtumsatz liegt aber noch immer im einstelligen Prozentbereich. Heuer wird die Nachhaltigkeits-Offensive fortgesetzt. So bekommen z. B. alle Restaurants mit Parkplatz bis Ende 2023 leistungsstarke E-Schnellladestationen.

„Der Spaßfaktor ist verloren gegangen“, weiß Hartmut Graf, zu dessen Gastroimperium auch 56 Burger Kings gehören. Oftmals würden mit dem Lokalbesuch nur Grundbedürfnisse befriedigt. Trotzdem plant er viel: Sechs Neueröffnungen stehen an. Für Abwechslung sollen Coke-Freestyle-Maschinen sorgen, mit denen verschiedene Geschmackskombinationen kreiert werden können. Das Chicken-Sortiment wird um pflanzenbasierte Varianten ergänzt.

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Der Spaßfaktor ist verloren gegangen.

Hartmut Graf

Die Krise stellt natürlich auch den Hendl-Spezialisten KFC vor Herausforderungen. „Wir haben in dieser schweren Zeit trotzdem drei neue Restaurants eröffnet“, erklärt Agnieszka Imsirovic von Kentucky Fried Chicken. Die Österreich-Expansion soll zügig weitergehen. Aktuell sind es neun Standorte, die fast 50 Prozent des Geschäfts mit Take-away machen. Die KFC-Cafés arbeiten mit Lavazza zusammen.

Der Leberkas-Pepi (neun Filialen) hofft ab Herbst auf bessere Zeiten und neue Franchise-Partner. „Den Leberkas gibt es jetzt auch für daheim“, berichtet Chef Christoph Baur. Bestellbar sind diverse Sorten im eigenen Online-Shop.

Die zwölf Pizza-Mann-Standorte profitieren davon, seinerzeit als Zustell-Konzept erfunden worden zu sein. Schon vor der Krise erzielte man 80 Prozent der Umsätze mit Belieferung. Damit das reibungslos funktioniert, investiert die Kette in innovative Systeme, die mittels künstlicher Intelligenz Fahrten einteilen. Es werden auch neue Produkte ausprobiert. Zuletzt schaffte es ein Burger auf die Karte. „Wir sind vom positiven Feedback und Erfolg verblüfft“, berichtet Pizza-Mann-Boss Alexander Platzl. Heuer will er eine Pizza-Bowl mit frischen Zutaten testen.

Eva Mühlberger
Eva Mühlberger
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