25.01.2022 09:00 |

Verurteilter sagt:

„Bin unschuldig und erwarte jetzt neuen Prozess“

Anton Herzog kämpft seit 2018 um seine Unschuld. „Ich bin zutiefst enttäuscht von unserer Justiz. Es ist ein Wahnsinn.“Der Salzburger ist damals nach dem Tod einer Flachgauerin in einer Wiese in Seekirchen der fahrlässigen Tötung für schuldig gesprochen worden. Doch nun hat das Landesgericht das Urteil aufgehoben.
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Von Beginn war der Tod von Sylvia W. rätselhaft: Die Flachgauerin (52) wurde am 31. Mai 2017 von einem Fahrzeug tödlich überrollt - bei nächtlicher Dunkelheit im 40 Zentimeter hohen Gras nahe ihres Zuhauses. Offenbar nach Streitereien mit dem Lebensgefährten, einem deutlich älteren und weithin bekannten Sportmediziner. Dieser hat sogar offenbar die Leiche entdeckt.

Herzog war von Beginn von seiner Unschuld überzeugt

Doch gegen den Lebensgefährten stellte die Staatsanwaltschaft die Ermittlungen ein, klagte dafür Taxifahrer Herzog an. Weil er von der Mutter des Opfers gebeten wurde, bei der Suche in der Wiese zu helfen. Ein Salzburger Gutachter schlussfolgerte anhand der Reifenspuren, dass Herzog W. irrtümlich überrollt haben soll. Dem folgte das Gericht Mitte April 2018 und sprach den Taxler schuldig: „Ich war es nicht“, sagte Herzog noch nachdem er eine teilbedingte Haftstrafe kassiert hatte. Diese Strafe wandelte die Justiz in eine 210-Euro-Geldstrafe um.

Neues Gutachten führte zu Urteilsaufhebung

Herzog ließ nicht locker: Er stellte mit seinem Anwalt Michael Langhofer einen Antrag auf Wiederaufnahme des Falles. „Es geht sich so nicht aus“, hatte Langhofer Ende 2018 gegenüber der „Krone“ am Urteil gezweifelt. Ein ergänzendes Gutachten des Bundeskriminalamtes führte zur Wende: Demnach sei „das Fahrzeug des Verurteilten eindeutig als Spurenverursachen ausgeschlossen“, heißt es. Deshalb bewilligte das Landesgericht die Wiederaufnahme. Die Staatsanwaltschaft legte dagegen Einspruch ein. Das OLG ist nun am Zug: „Es ist katastrophal, dass die Staatsanwaltschaft versucht, das jetzt noch zu kippen“, findet Herzog.

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