24.01.2022 06:56 |

Nachspann vor 22 Uhr

Frühe Sperrstunde sorgt für Filmriss in den Kinos

Was Netflix und Co. nicht schaffen, dafür sorgt Corona: leere Sitze in den Wiener Kinos, weil vor 22 Uhr der Nachspann abgespult wird.

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Bereits mehrmals wurde das Kino im Laufe seiner Geschichte totgesagt. Zuerst war es der Fernseher, dann folgten die Videotheken. Selbst die jüngste Konkurrenz von Netflix und Co. schaffte es nicht, die Filmhits von den großen Leinwänden zu verdrängen. Dafür sorgt aber nun das Coronavirus. Mehrere Lockdowns setzen der Branche zu. In den Weihnachtsferien kam man noch mit Blockbusters wie „Spiderman“ über die Runden. 2G wird streng geprüft, die Säle werden belüftet, Abstände eingehalten.

„Bei unserem letzten Kinobesuch wurde ausschließlich auf 2G geachtet, das Ticket wurde überhaupt nicht kontrolliert“, meint ein Teenager zur „Krone“. Gerade die Jugendlichen freuen sich auf einen Kinobesuch mit Freunden.

Besucherzahlen halbiert
Doch die vorverlegte Sperrstunde auf 22 Uhr macht den großen Ketten und den kleinen Lichtspieltheatern schwer zu schaffen. Die Besucherzahlen haben sich halbiert. Das Apollo in Mariahilf muss bereits Schließtage einlegen. Derzeit gibt es in der Bundeshauptstadt 27 Kinos mit 24.750 Sitzplätzen. Zu den Platzhirschen zählt Cineplexx. Es ist der größte Kinobetreiber in Österreich mit Sitz in Wien und auf Expansionskurs in Europa. Geschäftsführer Christof Papousek übt Kritik an der vorverlegten Sperrstunde. Dadurch fehle die Möglichkeit, die besucherstärkste Hauptabendrunde normal zu bespielen.

Derzeit betreibt die Gruppe mehr als 60 Cineplexx-Kinos mit 400 Sälen in zwölf Ländern.

Vorhang fällt an zahlreichen Bühnen
Aber nicht nur unsere Kinos, auch die Theater leiden unter Omikron und Quarantäne-Regelungen. Unter anderem mussten Vorstellungen zeitlich nach vorne verlegt werden, damit die Sperrstunde eingehalten werden konnte. Im Burg- und Akademietheater sind heuer bereits neun Vorstellungen ausgefallen.

Bis zur Premiere des Musicals „Miss Saigon“ im Raimundtheater dauerte es rund ein Jahr.

Martina Münzer-Greier
Martina Münzer-Greier
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