22.01.2022 14:00 |

Inflation und Co.:

Salzburgs Banker sehen steigende Unzufriedenheit

Trotz zwei Pandemie-Jahren wirken Salzburgs Banken krisenfest. Der Blick in die nahe Zukunft ist aber bei Raiffeisenbank, Oberbank wie Sparkasse trotz der meist guten Entwicklungen nicht ungetrübt. Die „Krone“ stellte jeweils fünf Fragen mit Schwerpunkt hohe Inflation und Zinsentwicklung an die Geldhäuser.
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Wie wirkt sich die Pandemie auf Banken aus?

„Zu Pandemie-Beginn wurden bei Unternehmen und Privatkunden große Pleitewellen befürchtet. Das hat sich nicht bewahrheitet. Derzeit gibt’s keine beunruhigenden Entwicklungen – das kann ich als Spartenobmann aller Salzburger Banken sagen“, blickt Raiffeisen-Generaldirektor Heinz Konrad beruhigt nach vorne. Während Sparkasse-Vorstandsdirektor Markus Sattel Folgendes aufgefallen ist: „Was sich bei den Privatkunden geändert hat, ist das Bezahlverhalten. Das Transaktionsvolumen der bargeldlosen Bezahlungen mit Karte oder Smartphone hat sich seit Pandemiestart um rund 50 Prozent erhöht, gleichzeitig wurde an unseren Geldautomaten um rund ein Drittel weniger behoben!“

Die Zinsen sind weiter sehr niedrig. Werden die Salzburger risikofreudiger?

„Ja, dieser Trend hält schon mehrjährig an. Es gibt im langfristigen Bereich keine andere Alternative als die Veranlagung am Wertpapiermarkt. Natürlich ist immer mit volatilen Phasen zu rechnen, aber auf lange Sicht bietet der Wertpapiermarkt eine Art Inflationsschutz“, hält Sattel weiter fest. Kollege Konrad: „Bei den Kunden macht sich Unzufriedenheit wegen der dramatisch angestiegenen Inflation breit. Weil die Einlagen-Entwertung erfolgt, keine Zinsen gezahlt werden.“

Werden die Zinsen bald ansteigen?

„Ich gehe davon aus, dass im Euroraum die Zinsen in absehbarer Zeit nicht steigen. Wir als Oberbank hätten uns vor allem von der EZB (Europäische Zentralbank, Anm.) ein klares Zinssignal gewünscht. Die aktuelle Situation ist nicht normal, der Nutzen für die Wirtschaft nicht erkennbar, jedoch der Schaden, der entsteht, ist an mehreren Fronten spürbar“, richtet Gerhard Braun (Oberbank) aus.

Was passiert, wenn die aktuell niedrigen Kreditzinsen doch merklich steigen?

„Steigen sie auf ein bis 1,5 Prozent, wäre das kein Problem, weder für Privatkunden noch die Wirtschaft. Aber es wäre in klares Zeichen für all jene, die ihr Geld veranlagen wollen. Bei einem Zinsanstieg auf vier, fünf Prozent wird’s aber für viele, vor allem auch einige Staaten, kritisch. Deswegen ist das nicht realistisch“, erklärt Konrad.

Wird die Zahl der Bankstellen abnehmen?

„Ja“, sagt Sattel (Sparkasse), „dieser generelle Trend lässt sich die letzten Jahre stark ableiten. Das Kundenverhalten hat sich schon vor der Pandemie drastisch verändert!“ Konrad (Raiffeisen): „In Salzburg benützen 40 Prozent der Kunden noch kein Electronic-Banking. Bei Raiffeisen ist der Rückgang der Bankstellen sehr gering, weitestgehend unverändert geblieben.“ Zulegen will die Oberbank: „Wir werden unseren Expansionskurs fortsetzen, auch 2022 voraussichtlich fünf neue Geschäftsstellen eröffnen.“

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