Mini-Satellit

Mühlviertel & Tirol kämpfen gegen Schrott im All

Österreich spielt ab sofort beim Aufräumen des Weltraums mit. Mini-Satellit „Adler-1“ fliegt um die Erde und sucht nach Schrott.

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„Adler-1“ hat abgehoben und kreist nun in 500 Kilometern Höhe um die Erde. Der Auftrag: Weltraumschrott aufspüren! Und mit diesem Müll-Radar spielt Österreich erstmals in der Weltraum-Liga mit. Hinter „Adler-1“ stehen als Finanzier der Goldwörther Investor Christian Federspiel mit seiner „Findus Venture GmbH“ und ein Tiroler Unternehmen, das den wichtigsten Bestandteil des Mini-Satelliten hergestellt hat. „Das ist eine Art Mikrofon“, erklärt der aus Oberösterreich stammende Direktor des Österreichischen Weltraum-Forums Gernot Grömer, das auch bei der Entwicklung mit an Bord war.

Wie ein Radargerät
Und dieses Mikrofon kann den Weltraumschrott wie ein Radargerät „hören“ und orten. Man geht davon aus, dass mehr als 150 Millionen solcher Teile um die Erde kreisen: von großen Bruchstücken über von Astronauten verlorene Werkzeuge bis hin zu Treibstoffresten oder Lacksplittern. „Adler-1“ soll Teile im Mikrometerbereich aufspüren. Das ist nicht wirklich groß, aber wenn so ein Teilchen mit 15 Kilometern pro Sekunde einschlägt, wird auch das kleinste Körnchen zum tödlichen Projektil.

Silicon Valley
Die Umsetzung des Projekts lief zwar über Silicon Valley in den USA, aber in der damit beauftragten Firma Spire Global hat auch ein Österreicher – Peter Platzer – das Sagen. Jetzt transportierte ein Flugzeug die Trägerrakete mit „Adler-1“ auf elf Kilometer Höhe, dann brachte diese den Satelliten auf die Zielhöhe von 500 Kilometer.

Daten sammeln
„Ziel ist es, dass Daten gesammelt werden, damit Satelliten und Raketen dem Weltraumschrott gezielt ausweichen können“, erklärt der Mühlviertler Finanzier Christian Federspiel. Über die genauen Kosten sagt man nichts - ein „höherer sechsstelliger Eurobetrag“. „Adler-1“ ist der erste von privaten Investoren aus Österreich finanzierte Satellit. Hat er Erfolg, sollen weitere folgen.

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