13.01.2022 12:00 |

Kärnten „Inoffiziell“

Klagenfurter Rathaus: Es kracht im Gebälk

Die „Koalition light“ im Klagenfurter Rathaus wackelt: VP und SP stellen Bürgermeister Scheider Bedingungen. Außerdem kehrt wohl die einstige Buberlpartie von Jörg Haider zurück.

Beginnen wir mit den legendären „Buberln“, die altersbedingt keine mehr sind. Martin Strutz war ja unter SP-Bürgermeisterin Maria-Luise Mathiaschitz im Rathaus gelandet und ist dort als Projektkoordinator tätig. Dieser Tage nahm Franz Koloini, seinerzeit Haiders Taschenträger, seine Tätigkeit als Corona-Kontaktnachforscher des Roten Kreuzes auf – und jetzt folgt mit Karl-Heinz Petritz eine große Nummer. Bürgermeister Christian Scheider bestätigt der „Krone“, dass Haiders Ex-Pressemann am 1. Februar im TK-Klagenfurt seine Tätigkeit als neuer Klubsekretär aufnehmen wird.

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Solche Personalia stehen jeder Partei frei, da muss nicht objektiviert werden. Petritz ist ja ein hochpolitischer Kopf, der die Arbeit unserer Mandatare managen wird.

Christian Scheider, Bürgermeister in Klagenfurt

Scheider: „Solche Personalia stehen jeder Partei frei, da muss nicht objektiviert werden. Petritz ist ja ein hochpolitischer Kopf, der die Arbeit unserer Mandatare managen wird.“ Strutz, Koloini und nun PetritzKein Wunder, dass im Rathaus bereits gewitzelt wird: „Jetzt fehlt nur noch der Petzner.“

„Koalition-light“ vor dem Aus?
Weniger witzig ist die Lage der Koalition aus Team Kärnten, SPÖ und ÖVP, die sich selbst ja als Arbeitsgemeinschaft tituliert. Julian Geier, geschäftsführender Klubobmann der ÖVP, im Gespräch mit der „Krone“: „Wir müssen uns zusammensetzen und beraten, wie wir weitertun. Die Situation muss neu bewertet werden.“ Ähnlich klingt der Chef der Klagenfurter Roten, Nationalratsabgeordneter Philip Kucher: „Es stehen wichtige Entscheidungen an, auch angesichts der dramatischen Budgetsituation. Es muss jetzt endlich gearbeitet werden.“

Geier wird auf die Frage, ob die ÖVP aus der „Koalition light“ abspringen wolle, recht deutlich: „Die Entscheidung, wie wir weitertun, fällt im Klub.“

Bürgermeister Scheider bleibt (noch) gelassen: „Ich denke, die Arbeitsgemeinschaft hält. Aber wenn jemand ständig den Bürgermeister sekkieren will, wird es schwierig.“ Man habe in Klagenfurt keine Zeit für Befindlichkeiten, so Scheider, daher sei eine Arbeitsklausur bereits fixiert. Es wird spannend, ob es ein freies Spiel der Kräfte geben wird oder der Pakt hält. Scheider ist ja direkt gewählter Stadtchef.

Fritz Kimeswenger
Fritz Kimeswenger
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