10.01.2022 14:42 |

Verunreinigung schuld

Mischvariante „Deltakron“ war doch nur Laborfehler

Eine vermeintliche Misch-Variante aus Delta und Omikron hat für Wirbel in Zypern gesorgt. Nun stellte sich heraus: Das Phänomen, das als „Deltakron“ bezeichnet wurde, ging wohl auf Verunreinigungen während der Analyse zurück. 

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Berichte mit Verweis auf ein Interview mit dem örtlichen Sender Sigma TV sorgten für Schlagzeilen: Leondios Kostrikis habe an der Universität Zypern 25 Fälle identifiziert, in denen eine Mischvariante aus Delta und Omikron - auf „Deltakron“ getauft - Ursache der Infektionen war. „Diese Genome sind mit hoher Wahrscheinlichkeit Artefakte“, klärte nun Richard Neher von der Universität Basel (Schweiz), führender Experte für Virusvarianten, gegenüber der Deutschen Presse-Agentur, auf.

Rekombinationen sind möglich - bislang aber keine großen Cluster
„Es ist zwar durchaus möglich, dass es Rekombinanten gibt, aber bisher wurden keine größeren Ausbrüche mit solchen Varianten beobachtet“, betonte Neher. „Diese Genome aus Zypern sind vermutlich keine Rekombinanten.“

Die Omikron-Mutationen, die hier in einem Zusammenhang mit Delta-Genomsequenzen beobachtet würden, beträfen alle einen DNA-Abschnitt, der bei Delta-Nachweisen oft sehr schwach ausfalle und daher sehr anfällig für Kontamination sei. Ähnlich äußerten sich weitere Experten bei Twitter, etwa die WHO-Expertin Maria van Kerkhove: Das Ergebnis gehe wahrscheinlich auf Verunreinigungen beim Sequenzieren zurück.

Epidemiologe: „Fehler im Labor“
Auch ein Mitglied des griechischen Krisenstabes für die Corona-Pandemie, Gikas Magiorkinis, erklärte, dass Kostrikis‘ Schlüsse falsch seien. „Erste Analysen zeigen, dass es sich um einen technischen Fehler des Labors handelt“, twitterte der Epidemiologe. Kostrikis selbst allerdings wollte eine Fehleinschätzung zunächst nicht einräumen, er beharrte am Montag auf seinen Ergebnissen.

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