Pleitewelle blieb aus

Mit Auslaufen der Hilfen setzte Trendumkehr ein

Die aktuelle Insolvenzbilanz liegt auf dem Tisch: Laut Kreditschutzverband von 1870 (KSV) wurden 2021 in Oberösterreich 175 Unternehmensinsolvenzen eröffnet, das sind um 6,4 Prozent weniger als im Jahr zuvor. Doch kaum liefen im Herbst die Stundungen der Abgaben aus, stiegen die Pleiten an – ein Trend für 2022?
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In OÖ wurde 2021 über insgesamt 175 Firmen ein Insolvenzverfahren eröffnet – siehe Grafik. Es gab zwölf Fälle weniger (minus 6,4 %) als im Jahr 2020 und 165 Fälle weniger als im Vor-Krisen-Jahr 2019 (minus 48,5 %). Die Privatkonkurse (933) gingen um 2,4 Prozent zurück.

Anstieg im Herbst
Auffällig: „Alles verlief kleinteiliger, kleinere Firmen, weniger Passiva“, so Petra Wögerbauer, Expertin beim KSV. Mit 60 Millionen Euro Passiva gab es ein Minus von 74 Prozent gegenüber 2020. Aber sie ortet auch eine Trendumkehr.

Hilfen haben doppelten Boden
Denn allein im vierten Quartal wurden 42 % der Pleiten eröffnet. Der Grund: „Die Staatshilfen liefen im Herbst vorerst aus“, so Wögerbauer. Der Trend könnte für 2022 die Richtung vorgeben, der sie auch Gutes abgewinnen kann, denn die aktuelle Handhabe, Insolvenzen aufzuschieben, hat einen doppelten Boden. „Man nimmt insolvenzreifen Unternehmen die Chance auf nachhaltigen Neubeginn.“ Langfristig gesehen schadet das der Wirtschaft. Aber: „Man muss abwarten, welche Maßnahmen die Regierung in den nächsten Wochen setzt. Es wird wieder Hilfen geben, Details fehlen noch.“

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