16.12.2021 12:30 |

Knusper, knusper ...

Lebkuchenhaus: Wo einst Gretel die Hexe hänselte

Im Advent haben Lebkuchenhäuschen Hochsaison. Sie sind zwar nicht wirklich weihnachtlich, aber verbreiten romantische Winterstimmung.

Warum wurde ausgerechnet das Knusperhäuschen von Hänsel und Gretel zu einer vorweihnachtlichen Tradition? Das liegt wohl ausschließlich daran, dass es laut Märchentext aus Lebkuchen besteht, und der ist in Mitteleuropa untrennbar mit der Adventzeit verbunden. Hinzu kommt noch, dass weißer Zuckerguss eine herrlich dekorative Schneedecke ergibt, weshalb die Kunstwerke einfach schöner werden, wenn sie eine winterliche Impression darstellen.

Die Tradition des Knusperhäuschens
Lebkuchen, ein haltbares Gebäck mit Honig und vielen Gewürzen, hat eine lange Tradition, er wurde schon in der Antike gebacken. Die Idee eines essbaren Gebäudes wiederum hängt mit dem Mythos vom Schlaraffenland zusammen. Die Brüder Grimm mussten die Elemente der Volksmythologie nur noch zusammenfügen. Wenn jemand das Lebkuchenbacken an sich beherrscht, dann ist der Bau eines Knusperhäuschens gar nicht so schwierig. Man braucht ein paar Platten in der richtigen Größe, die mit gezuckertem, leicht geschlagenem Eiklar zusammengeklebt werden. Als Verzierung dienen Zuckerperlen, Smarties und Tupfer von Zuckerguss.

Anders als der hungrige Hänsel wird wohl keiner der Bewunderer moderner Lebkuchenhäuser die Rohheit besitzen, das Gebilde aufzuessen. Eigentlich schade, schließlich besteht es aus köstlich würzigem Teig.

Fans auf der ganzen Welt
Die zugehörige Tradition erwies sich übrigens als erfolgreicher Exportartikel. „Gingerbread witch houses“ stehen in England in vielen Schaufenstern von Konditoreien, während die Schweden ihr „pepparkakshus“ lieben und sogar die Franzosen gern ein „Maison en pain d‘épices“ basteln. Russland kann sich einer rekordträchtigen Konstruktion rühmen: In Sotschi wurde 2017 ein fünf Meter hohes „Pryanishny Dom“ errichtet - es war nur eines in einem ganzen Dorf aus 261 süßen Knusperhäuschen.

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