13.12.2021 13:34 |

Verlauf „nicht milder“

Johnson bestätigt ersten Omikron-Todesfall in GB

Die Annahme, dass es sich bei der Omikron-Variante des Coronavirus um eine „mildere Variante“ handelt, müsse beiseitegelegt werden, erklärte der britische Premierminister Boris Johnson am Montag. Er bestätigte auch den ersten Todesfall in Zusammenhang mit dem mutierten Erreger. Der Premier rief daher alle Briten auf, sich tatsächlich alle drei Impfdosen gegen Covid-19 verabreichen zu lassen. Seit Montag gilt auf der Insel eine Pflicht zum Homeoffice, wo dies möglich ist.

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„Leider führt Omikron auch zu Krankenhausaufenthalten und es wurde leider bestätigt, dass mindestens ein Patient mit Omikron gestorben ist“, sagte Johnson während seines Besuchs im Impfstoffzentrum Paddington in London. Man müsse das „schiere Tempo“ erkennen, mit dem sich die Mutation in der Bevölkerung ausbreitet, zitierte ihn der „Guardian“. „Das Beste, was wir also tun können, ist, alle unsere Booster zu holen“.

Noch am Montagmorgen sprach der britische Gesundheitsminister Sajid Javid von aktuell zehn Personen, die aufgrund einer Infektion mit der neuen, als wesentliche ansteckender geltenden Variante auf einer Intensivstation behandelt werden müssen. „Ich denke, die Vorstellung, dass dies irgendwie eine mildere Version des Virus ist, ist etwas, das wir beiseitelegen müssen“, so Johnson nun.

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Wir müssen einfach das schiere Tempo erkennen, mit dem es sich in der Bevölkerung ausbreitet.

Premierminister Boris Johnson

Weitgehende Homeoffice-Pflicht auf der Insel
Am Sonntag wurden im Vereinigten Königreich 1239 Omikron-Fälle bestätigt. Die Gesamtzahl sprang damit auf 3137. Die Regierung in London geht davon aus, dass die tatsächliche Zahl rund zehnmal so hoch liegt. Etwa zehn Omikron-Patienten würden derzeit in Kliniken behandelt, sagte Gesundheitsminister Javid. Um das Virus einzudämmen, gilt seit Montag eine Pflicht zum Homeoffice, wo es möglich ist.

„Außerordentlicher Einsatz“ erforderlich
Der Premierminister drängte den Gesundheitsdienst NHS zu einem „außerordentlichen Einsatz“, um möglichst vielen Menschen in möglichst kurzer Zeit auch die dritte Impfung ermöglichen zu können. Der Chef des NHS reagierte darauf mit Unverständnis - die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter seien bereits „sehr erschöpft“. Die Lage in den britischen Spitälern dürfte sich zudem in den nächsten Wochen rasant zuspitzen.

Infektionen verdoppeln sich alle drei Tage
Die Omikron-Variante des Virus „breitet sich mit phänomenaler Geschwindigkeit aus“, sagte der britische Gesundheitsminister am Montag. „So etwas haben wir noch nie beobachtet“ Die Infektionen verdoppelten sich alle zwei bis drei Tage. Allein in London seien bereits 40 Prozent aller neu positiv getesteter Corona-Fälle darauf zurückzuführen. 

Wie schwer die Verläufe mit Omikron sind, lässt sich aufgrund der nach wie vor recht vagen Datenlage noch nicht mit Sicherheit sagen. Tatsächlich breitet sich die neue Mutation aber „mit phänomenaler Geschwindigkeit aus“, sagte der britische Gesundheitsminister am Montag. „So etwas haben wir noch nie beobachtet.“ Die Infektionen verdoppelten sich in Großbritannien alle zwei bis drei Tage. Allein in London seien bereits 40 Prozent aller neu positiv getesteter Corona-Fälle darauf zurückzuführen. 

Fakten

Die Omikron-Variante, die im November erstmals in Südafrika und Hongkong entdeckt wurde, tritt nach Erkenntnissen der Weltgesundheitsorganisation WHO inzwischen in fast 60 Ländern auf. Laut britischen Experten gibt es bei der neuen Variante gegenüber dem ursprünglichen Corona-Virus etwa 30 Veränderungen des sogenannten Spike-Proteins, mit dem die Viren in menschliche Zellen gelangen. Die Zahl ist ungewöhnlich hoch. Der Impfstoffhersteller Biontech/Pfizer hat mitgeteilt, Studien hätten gezeigt, dass ihr Impfstoff nach einer dritten Impfung effektiv gegen Omikron wirkt.

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