09.12.2021 14:03 |

Wirbel in Finnland

Regierungschefin in Diskothek statt in Quarantäne

Für gehörigen Wirbel hat die finnische Premierministerin Sanna Marin in ihrem Land gesorgt. Die 36-Jährige hatte am Wochenende ausgelassen in einer Diskothek gefeiert - und das nur Stunden nachdem ihr Außenminister positiv auf das Coronavirus getestet worden war, zu dem sie vor dem positiven Testergebnis Kontakt gehabt hatte. Nach einem Sturm der Entrüstung - einer am Dienstag veröffentlichten Umfrage zufolge halten zwei Drittel der Finnen das Verhalten der Ministerpräsidentin für einen „ernsten Fehler“ - sah sich die junge Politikerin gezwungen, sich zu entschuldigen.

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Ein Klatschmagazin hatte am Montag Fotos der Regierungschefin in einer Diskothek in Helsinki veröffentlicht (siehe Tweet unten). Marin war demnach am Samstagabend ausgegangen und bis in die frühen Morgenstunden tanzen gewesen. Am selben Tag war Außenminister Pekka Haavisto positiv getestet worden.

Sie sei mit ihrem Mann ausgegangen, habe Freunde getroffen „und auch den Abend und das Nachtleben genossen“, erklärte die Sozialdemokratin auf Facebook. Zuvor sei ihr von offizieller Stelle versichert worden, dass sie sich gemäß der geltenden Corona-Richtlinien nicht isolieren müsse, obwohl sie Kontakt zu einem nachweislich Infizierten gehabt hatte. Doch nun sah die Regierungschefin ein: „Ich hätte ein besseres Urteilsvermögen haben und die mir gegebenen Hinweise noch einmal überprüfen sollen.“ „Es tut mir sehr leid, dass ich nicht verstanden habe, dass ich das hätte tun müssen“, entschuldigte sich Marin.

Marin schon früher wegen Partys in der Kritik
Marin war zum Zeitpunkt ihrer Ernennung 2019 die jüngste Regierungschefin der Welt. Sie war bereits wiederholt wegen Partys in ihrer offiziellen Residenz und als unseriös kritisierten Posts in den Online-Netzwerken in die Kritik geraten. „Ich bin eine Vertreterin der jüngeren Generation“, sagte sie dazu. „Und ja, das spiegelt sich in meiner Art zu arbeiten und zu leben wider.“

Finnland ist bislang im europäischen Vergleich gut durch die Pandemie gekommen. Das Land mit seinen 5,5 Millionen Einwohnern hat rund 196.000 Ansteckungen und 1384 Todesfälle verzeichnet. Allerdings lag die Zahl der Neuinfektionen mit 308 Fällen pro 100.000 Einwohnern in den vergangenen zwei Wochen so hoch wie nie zuvor.

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