02.12.2021 16:02 |

Umweltschützer warnen

„Logistikcenter ist ein Angriff auf Regionalität!“

Schon 2025, also drei Jahre vor der Eröffnung des Semmeringbasis- und Koralmtunnels, soll das Logistikcenter Austria Süd in Fürnitz als unverzichtbarer Warenumschlagplatz an der Baltisch-Adriatischen Achse in Betrieb gehen. Die Stadt Villach verkaufte dafür ein 6,3 Hektar großes Grundstück an einen deutschen Konzernriesen. Das stößt bei Umweltschützern auf Widerstand.

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Effektive Verteilerzentren an der Koralmbahn seien entscheidend für den wirtschaftlichen Erfolg, weiß Villachs Bürgermeister Günther Albel: „Das einzige Logistikzentrum zwischen Graz und der Staatsgrenze bringt Hunderte neue Arbeitsplätze und holt den Verkehr von der Straße auf die Schiene. Es ist mehr als erfreulich, dass wir 6,3 Hektar an die Deutsche Logistik Holding verkaufen konnten!“ Seit 2008 hat Villach rund 46 Hektar in Fürnitz-Federaun erworben.

Mega-Logistikzentrum
„Gerade wurden der Ausbau des Lobau-Tunnels und der S 37 dem Klima zuliebe verhindert, und hier soll direkt neben zwei Naturschutzgebieten ein 24 Stunden in Betrieb stehendes Mega-Logistikzentrum entstehen!“, kontert Verkehrs- und Umweltstadtrat Gerald Dobernig: „Hinzukommt, dass hier rein planungstechnisch keine Schiene herführen kann. Unzählige Lkw inmitten der Natur sind deshalb zu erwarten!“

Zitat Icon

Wir müssen regionale Kreisläufe und die daran beteiligten Menschen stärken, anstatt mit Millionen an Steuergeld immer stärkere Konkurrenz herbeizukarren und globale Märkte zu stärken!

Verkehrs- und Umweltstadtrat Gerald Dobernig

Heftige Kritik
Dass die Stadt mit dem Projekt Geld machen und Arbeitsplätze schaffen möchte, versteht Dobernig: „Aber hier wird Steuergeld dafür verblasen, dass Tomaten und Billigfleisch aus Asien und Afrika noch schneller den Weg zu uns finden, während regionale Produzenten gemeinsam mit einem Umweltjuwel den Bach runtergehen!“

Bürgermeistern gibt Entwarnung
„DLH wird ein richtungsweisendes Logistikzentrum mit 25 Prozent Grünanteil umsetzen“, verspricht Albel: „Übrigens bleibt die Hälfte unseres 46 Hektar großen Areals den Villachern dauerhaft als Grünfläche erhalten.“ Ein moderner Hochwasserschutz werde für Sicherheit sorgen, die Wärme komme von der regionalen Kelag.

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