„Krone“-Kommentar

Fukushima ist wohl vergessen

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Zehn Jahre ist es her, dass das verheerende Atom-Unglück im japanischen Fukushima die Welt in Atem hielt. Als Folge davon beschloss die Wirtschaftsmacht Deutschland den Ausstieg aus der Kernenergie, der im nächsten Jahr abgeschlossen sein wird. Doch wer gedacht oder gehofft hatte, dass damit das Ende nuklearer Kraftwerke eingeleitet wurde, ist heute wohl bitter enttäuscht. Selbst in Japan sind sie wieder ans Netz gegangen und spielen eine Rolle bei der geplanten „Dekarbonisierung“.

Das ist auch das Stichwort für Europa. Kohlekraftwerke sind CO2-Schleudern, die eigentlich weg gehören. Doch was machen Länder z. B. in Osteuropa, die schon aus klimatischen Gründen mit Wind und Sonne nicht allzu viel anfangen können? Die Renaissance der Atomenergie ist nicht nur in der EU längst Realität, das sieht man in Frankreich und England. Wenn bei diversen EU-Treffen dieses Thema zur Sprache kommt, bleiben am Ende oft Österreich und Luxemburg über als „Hardliner“ gegen Atom, berichten Sitzungsteilnehmer. Selbst Deutschland hat einen Schwenk in Richtung eines pragmatischen Kurses vollzogen.

Sogar grüne Parteien in Europa sind längst nicht mehr überall gegen nukleare Kraftwerke. Man kann nur hoffen, dass die Technologien inzwischen so ausgereift sind, dass sich Fukushima oder Tschernobyl nicht wiederholt. Da wäre es wohl das kleinere Übel, wenn man E-Autos mit Atomstrom tanken muss.

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